Was ist Transferrin?
Transferrin transportiert das Eisen im Blut. Eisen ist ein grundlegender Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Das im Blut gemessene Transferrin kommt vor allem aus dem Knochenmark, wo das Blut gebildet wird.
Der Arzt bestimmt den Transferrin-Blutspiegel zum Beispiel, wenn er einen Eisenmangel vermutet. Meist misst er den sogenannten löslichen Transferrin-Rezeptor (sTfR). Dieser Rezeptor bringt Eisen in die Zellen. Bei einem Eisenmangel ist der Wert erhöht, bei übermäßiger Blutzellbildung ebenfalls.
Der nackte Transferrinwert alleine besitzt keine Aussagekraft. Der Arzt braucht ihn, um bestimmte Fragen im Zusammenhang mit Symptomen und anderen Laborwerten beantworten zu können. Der Transferrinwert kann beispielsweise Hinweise geben auf die Ursachen einer Blutarmut (Anämie). Er kann auf eine mangelhafte Versorgung des Körpers mit Eisen aus der Nahrung hindeuten. Oder er liefert Informationen, wie gut die Behandlung einer Blutarmut mit Hormonen (Erythropoietin-Therapie) anschlägt. Außerdem können veränderte Transferrinwerte Entwicklungsstörungen der roten Blutkörperchen anzeigen.
Welcher Transferrin-Wert ist normal?
Der normale Transferrinwert schwankt von Labor zu Labor und je nach Hersteller des Untersuchungstests. Üblich sind für Erwachsene sTfR-Werte zwischen 0,83 und bis zu 1,76 mg/l.
Wann ist der Transferrin-Wert zu hoch?
Bei einem Eisenmangel ist der Transferrinwert im Blut zu hoch. Der hohe Wert ist ein Zeichen, dass der Körper versucht, ausreichend Blut zu bilden und dabei zu wenig Eisen zur Verfügung hat.
Wann ist der Transferrin-Wert zu niedrig?
Der Transferrin-Spiegel fällt zum Beispiel ab, wenn sich zu viel Eisen im Körper ansammelt. Der Wert des Transporters Transferrin kann durch akute Entzündungen beeinflusst werden.
Transferrin-Sättigung
Manchmal bestimmt der Arzt auch die sogenannte Transferrinsättigung – einen bestimmten Quotienten aus Eisen im Blut und Transferrin. Niedrige Werte deuten auf einen Eisenmangel hin, erhöhte Werte auf eine Eisenüberladung. Der Wert liefert außerdem Hinweise, ob tatsächlich zu viel Eisen im Körper vorhanden ist oder ob es sich nur falsch verteilt.
Kurz zusammengefasst:
Der Transferrin-Wert muss im Zusammenhang mit Krankheitssymptomen und anderen Laborwerten betrachtet werden. Er kann dem Arzt zum Beispiel dabei helfen, die Ursache einer Blutarmut zu finden.
Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Sie müssen im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.
Dennis Ballwieser / www.apotheken-umschau.de; 06.04.2011, aktualisiert am 21.12.2011
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