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CA 72-4 – ein Tumormarker

Der Laborwert CA 72-4 kann bei verschiedenen Krebserkrankungen, bei manchen gutartigen Krankheiten oder – selten – auch ohne jede erkennbare Ursache erhöht sein

Tumormarker sind biochemische Stoffe, die normalerweise nur in geringen Mengen oder gar nicht nachweisbar sind. Liegen sie in erhöhter Konzentration im Blut vor, kann das eine gut- oder bösartige Krankheitsentwicklung anzeigen. Das Vorhandensein eines Tumormarkers ist also nicht immer gleichbedeutend mit Krebs. Außerdem bilden nicht alle Tumoren Marker. Der Arzt kann die Werte zur Überwachung einer Krebsbehandlung heranziehen, gelegentlich auch zur Diagnose. Erhöhte CA 72-4-Werte stehen mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung, beispielsweise mit Magenkrebs oder Eierstockkrebs.

Was ist CA 72-4?

CA 72-4 (CA = Cancer Antigen, Krebsantigen) ist ein Zucker-Eiweiß-Molekül, das bei unterschiedlichen Erkrankungen im Blut auftreten kann.


Welcher Wert ist normal?

Der normale Referenzbereich von CA 72-4 umfasst Werte bis 6 U/ml (Units [Einheiten] pro Milliliter Blutserum).

Wann steigt der Wert?

Ärzte bestimmen CA 72-4 zum Beispiel im Zusammenhang mit Magenkrebs – dann oft gemeinsam mit den Tumormarkern CA 19-9 und CEA. Auch bei Eierstockkrebs ist CA 72-4 häufig in erhöhter Konzentration im Blut vorhanden.

Der CA 72-4-Wert steigt unter Umständen auch bei Tumoren des Dickdarms, des Gallengangs, der Bauchspeicheldrüse, der Brust, des Gebärmutterhalses sowie der Gebärmutter an.

Wichtig: Obwohl CA 72-4 ein sogenannter Tumormarker ist, kann der Blutwert auch bei manchen gutartigen Erkrankungen nachweisbar sein – zum Beispiel bei Endometriose, Bauchfellentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder chronischen Lebererkrankungen. In seltenen Fällen finden sich außerdem auffällige Messergebnisse bei gesunden Menschen.

Erhöhte CA 72-4-Werte allein sagen also wenig aus. Der Arzt bewertet den Tumormarker im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungsbefunden.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Für den Tumormarker CA 72-4 gibt es keine zu niedrigen Werte. Nur erhöhte Werte oberhalb des Referenzbereiches (siehe oben) sprechen für eine Erkrankung.

Kurz gesagt:

Ein Tumormarker allein ist nicht sehr aufschlussreich. Er muss immer im Zusammenhang mit anderen Untersuchungsergebnissen betrachtet werden. CA 72-4 kann unter anderem bei Eierstock-, Dickdarm- oder Magenkrebs auftreten. Aber auch bei gutartigen Erkrankungen liegt CA 72-4 im Blut manchmal in erhöhten Konzentrationen vor.


Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Sie müssen im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.



Dr. med. Dunja Voos / www.apotheken-umschau.de; 19.01.2012, aktualisiert am 15.05.2012

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