Im feuchten, tropischen Klima des ägyptischen Nildeltas wächst eine der bekanntesten Heilpflanzen, der Sennes. Früher wurden die Sträucher vom Nil in die Hafenstadt Alexandria verfrachtet und von dort nach Europa verschifft. So hat sich der Name „Alexandriner-Sennes“ eingebürgert. Im 19. Jahrhundert besaß Ägypten sogar das Monopol auf den Sennes-Handel.
Doch auch in Indien wuchsen Sträucher, die eng mit dem ägyptischen Sennes verwandt waren. Sie wurden von der indischen Stadt Tinnevelly aus nach Europa exportiert, so ergab sich die Bezeichnung „Tinnevelly-Sennes.“
Die abführende Wirkung von Sennesblättern und –früchten ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt, arabische Ärzte setzten die Pflanze als erstes bei Verdauungsproblemen ein.
Heute zählt Sennes, auch Senna genannt, zu den klassischen Heilpflanzen bei Verstopfung. Allerdings sollten Extrakte nur kurzfristig als Abführmittel zur Anwendung kommen, bei längerem Gebrauch können verschiedene Nebenwirkungen auftreten.
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
14.11.2008, aktualisiert am 20.07.2010
Bildnachweis: Panthermedia/Evelin Kasper
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