Mönchspfeffer, auch Keuschlamm genannt, soll die Lust mindern, weshalb Mönche und Nonnen die Früchte regelmäßig aßen. Die Beeren erleichterten es den Klerikern, das Keuschheitsgelübde einzuhalten. So steht es zumindest in mittelalterlichen Quellen. Da die Früchte pfefferartig aussehen, bürgerte sich der Name „Mönchspfeffer“ ein. Bereits seit der Antike gilt die Pflanze zudem als hilfreiches Mittel bei Menstruationsbeschwerden.
Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist ein drei bis fünf Meter hoher Strauch, der einen vierkantigen Stängel besitzt. Die Blätter teilen sich handförmig und sehen lanzettlich aus. Die Blattoberseite ist dunkelgrün gefärbt, die Unterseite weißfilzig behaart. Die Pflanze bildet kleine Blüten aus, die bläulich, rosa oder violett erscheinen und sich in ährenartigen Blütenständen anordnen. Die Frucht ist eine bräunlich-schwarze, kugelige Steinbeere. Der Mönchspfeffer gehört zu den Eisenkrautgewächsen (Verbenaceae) und blüht von Juni bis September. Er kommt im gesamten Mittelmeergebiet sowie im Westen Asiens vor und wächst an Flussufern und in Küstennähe.
Als pflanzliche Arznei dienen die Früchte. Sie enthalten 0,15 bis 1,8 Prozent ätherisches Öl, das sich unter anderem aus den Substanzen Sabinen, 1,8 Cineol und alpha-Pinen zusammensetzt. Daneben kommen sogenannte Iridoidglykoside vor – vor allem Aucubin und Agnusid – sowie Diterpene, Flavonoide und Gerbstoffe.
Laborversuche haben gezeigt, dass Zubereitungen aus Mönchspfefferfrüchten regulierend in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen können. Außerdem bewirken die Inhaltsstoffe, dass weniger Prolaktin freigesetzt wird. Dieses Hormon regt unter anderem die Milchbildung in der Brust an.
Es kann jedoch auch bei bestimmten Störungen erhöht sein, die den weiblichen Zyklus betreffen. So vermuten Forscher, das Schmerzen in der Brust (Mastodynie) zum Teil durch erhöhte Prolaktinspiegel im Körper verursacht werden. Ebenso kann Prolaktin eine Rolle spielen, wenn die Monatsblutung unregelmäßig auftritt oder es davor zu Beschwerden kommt. Mediziner sprechen dabei von einem prämenstruellen Syndrom (PMS). Mönchspfeffer soll dagegen helfen. Auch Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden, können womöglich von der Heilpflanze profitieren. Allerdings fehlen bislang aussagekräftige Studien, die solche Wirkungen belegen.
Wichtig: Spannt der Busen oder fühlen Sie sich vor der Regel unwohl, dann klären Sie die Symptome mit dem Frauenarzt ab. Erstens können die Beschwerden verschiedene Ursachen haben. Zweitens können Sie im Gespräch mit dem Arzt klären, ob ein Präparat mit Mönchspfeffer für Sie infrage kommt.
Während der Schwangerschaft und Stillzeit dürfen Frauen Mönchspfeffer nicht einnehmen, da er die Milchbildung stören kann.
Mönchspfeffer ruft kaum Nebenwirkungen hervor. Gelegentlich kann es aber zu juckenden Hautausschlägen und Kopfschmerzen kommen.
Wer Medikamente einnimmt, die sich auf den körpereigenen Botenstoff Dopamin auswirken, darf Zubereitungen aus der Heilpflanze nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.
Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.
www.apotheken-umschau.de;
08.12.2008, aktualisiert am 02.03.2012
Bildnachweis: Panthermedia/Sabine Mumelter
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