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Heilpflanzen-Lexikon:
Wilde Malve

Malvenblüten und -blätter enthalten Schleimstoffe, die lästigen Hustenreiz lindern, aber auch gegen leichte Entzündungen in Mund, Rachen und im Magen-Darm-Trakt helfen können


Wilde Malve (Malva sylvestris)

Käsepappel nennen manche die Malve. Denn ihre runden Früchte sollen einem Käselaib ähnlich sehen. Der Wortanteil -pappel geht auf den süddeutschen Begriff Papp (ital. pappa) für Brei zurück und bezieht sich auf die pflanzlichen Schleimstoffe. Angeblich wurden sie einst zu Kinderbrei verarbeitet. Die Malve gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt und diente schon in der Antike als Gemüse und Heilmittel. Früher setzten Heilkundige sie gegen Husten ein, aber auch, um Insektenstiche zu behandeln. Karl der Große ordnete seinerzeit an, dass Mönche die Malve in Klöstern als Heilpflanze anbauen sollten. Von da an eroberte sie aufgrund ihres medizinischen Nutzens ganz Europa.

Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Die wilde Malve (Malva sylvestris) erreicht eine Höhe von 40 bis 100 Zentimetern und besitzt einen behaarten, ästigen Stängel. Die fünf- bis siebenlappigen Blätter sind beiderseits behaart und am Rand stark gezähnt. Die Blüten befinden sich büschelweise in den Blattachseln und sind rosa bis violett gefärbt.
 Die Malve gehört zu den Malvengewächsen (Malvaceae) und blüht von Mai bis September. Sie stammt aus Europa und Vorderasien. Die Pflanze gedeiht an Wegrändern, auf Äckern und auf Ödland.


Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Als pflanzliche Arznei kommen die Blätter und Blüten der Malve zum Einsatz. Die Blätter enthalten zu fünf bis zwölf Prozent Schleimstoffe, die aus Zuckermolekülen wie Galactose, Glucose und Glucuronsäure bestehen. In Malvenblüten finden sich ebenfalls Schleimstoffe. Sie sind ähnlich aufgebaut und kommen in vergleichbaren Mengen vor wie in den Blättern. Daneben stecken in den Blüten Anthocyane, zum Beispiel die Substanz Malvin.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

Arzneilich wirksam sind die Schleimstoffe. Gelangen sie auf die Schleimhaut in Mund, Hals oder Magen-Darm-Trakt, bilden sie dort eine Art Schutzschicht. Dadurch kann ein Malventee gegen trockenen Husten und Halsschmerzen helfen. Auch wenn sich die Mundschleimhaut entzündet hat oder die Schleimhaut im Magen oder Darm leicht gereizt ist, kann die Malve Linderung verschaffen.

Daneben finden sich Zubereitungen aus Malve in Haut- und Haarpflegeprodukten.

Wichtige Hinweise:

Wer Malve anwendet, sollte die Heilpflanze nicht direkt mit anderen Arzneimitteln zusammen einnehmen. Denn die Schleimstoffe können die Aufnahme von Medikamenten im Darm behindern. Deshalb mindestens zwei bis drei Stunden Abstand einhalten.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



www.apotheken-umschau.de; 05.08.2005, aktualisiert am 28.12.2011
Bildnachweis: W&B/Jan Greune

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