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Heilpflanzen-Lexikon:
Linde, Lindenblüten

Lindenblüten sollen schweißtreibend wirken und dadurch bei einer Erkältung helfen

Lindenblüten

Linde

Früher war sie der Mittelpunkt einer Ortschaft: die Dorflinde. Sie galt als Symbol für Frieden, Treue und Gerechtigkeit. Unter der Linde fanden Feste statt, Liebende schworen sich ewige Treue, aber man hielt auch Gericht. Als Heilpflanze ist die Linde erst seit dem Mittelalter bekannt.

Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Zwei Lindenarten werden als Arznei genutzt: die Winter- und die Sommerlinde. Beide Arten gehören zu den Lindengewächsen (Tiliaceae) und blühen von Juni bis Juli. Sie kommen in Europa und Westasien vor und wachsen meist in Laubwäldern. Die Winterlinde (Tilia cordata) ist ein Baum, der eine Höhe von etwa 25 Metern erreichen kann. Dieser trägt wechselständige Blätter, die leicht herzförmig aussehen, vorne zugespitzt und am Rand scharf gesägt sind. Ihre Oberseite weist eine kahle Oberfläche auf, während die Blattunterseite rosa-rot behaart ist. Der Blütenstand ist am Grund mit einem einzelnen gelblichen Tragblatt verwachsen und besteht aus drei bis 16 gelblich-grünlichen Blüten. Die Frucht ist einsamig und ähnelt einer kleinen Kugel.


Die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) besitzt im Unterschied zur Winterlinde größere Blätter, die an der Unterseite weiß behaart sind. Die Blütenstände bestehen nur aus zwei bis acht Blüten.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Als pflanzliche Medizin kommen die Lindenblüten zum Einsatz. Sie enthalten etwa ein Prozent Flavonoide – vor allem die Substanzen Quercitrin, Rutin und Astragalin. Außerdem finden sich darin bis zu zehn Prozent Schleimstoffe, vorwiegend sogenannte Arabinogalactane. In geringen Mengen kommt ätherisches Öl vor, das sich unter anderem aus den Stoffen Linalool, Geraniol und Eugenol zusammensetzt.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

Die in Lindenblüten enthaltenen Schleimstoffe können trockenen Reizhusten lindern. Denn wenn sie auf die Schleimhaut in Mund und Rachen gelangen, legen sie sich wie eine Art Schutzschicht darüber. Das beruhigt die gereizte Schleimhaut.

Lindenblütentee soll außerdem schweißtreibend wirken. Wer erkältet ist und Fieber hat, soll damit den grippalen Infekt „ausschwitzen“ können. Welche Inhaltsstoffe für diesen Effekt verantwortlich sind, wissen Forscher bislang nicht. Manche vermuten, dass lediglich die heiße Flüssigkeit einen Wärmereiz auslöst. Lindenblüten kommen dennoch in zahlreichen Erkältungstees vor – häufig in Kombination mit schwarzem Holunder.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



www.apotheken-umschau.de; 05.08.2005, aktualisiert am 27.12.2011
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer

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