Beinwell – zu deutsch: der den Gebeinen gut tut – ist schon seit über 2000 Jahren als Heilpflanze bekannt. So hat der griechische Arzt Dioskurides (40 bis 90 n. Chr.) Beinwell (Symphytum offizinale) bereits in seinem Lehrbuch "Materia medica" beschrieben. Die Pflanze galt schon damals als hilfreiches Mittel bei Knochenbrüchen, Verrenkungen und Gelenkbeschwerden.
Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?
Beinwell ist eine rau behaarte Pflanze, die bis zu 1,5 Meter hoch wird. Die Blätter sehen länglich-lanzettförmig aus und sind an der Unterseite behaart. Die glockenförmigen Blüten färben sich unterschiedlich – mal rot-violett, mal gelblich-weiß. Die Blüten ordnen sich in Trauben an. Der kräftige Wurzelstock erscheint von außen schwarz, sein Inneres ist jedoch weißlich gefärbt. Beinwell gehört zu den Raublattgewächsen (Boraginaceae), blüht von Mai bis Juli und ist in ganz Europa beheimatet. Er wächst an Bachufern und auf nassen Wiesen.
Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?
Arzneilich wirksam ist Beinwellwurzel. Sie enthält 0,6 bis 0,8 Prozent des Pflanzeninhaltsstoffes Allantoin. Zu 0,04 bis 0,6 Prozent finden sich sogenannte Pyrrolizidinalkaloide. Daneben stecken Gerbstoffe, Schleimstoffe sowie Rosmarinsäure in den Wurzeln.
Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?
Extrakte aus Beinwellwurzel kommen äußerlich – in Form von Salben und Umschlägen – zum Einsatz. Werden sie auf die Haut aufgetragen, kann Beinwell leichte Entzündungen mindern, Schmerzen lindern und die Wundheilung unterstützen. Für diese Effekte scheint der Inhaltsstoff Allantoin verantwortlich zu sein. Schleim- und Gerbstoffe spielen vermutlich ebenfalls eine Rolle.
Aufgrund dieser Wirkungen kann Beinwell bei leichten Sportverletzungen helfen – zum Beispiel einem verstauchten Knöchel oder einer Prellung. Auch Muskelschmerzen, etwa im Rücken, können die Extrakte abschwächen. Liegt eine beginnende Arthrose vor, die oberflächlich liegende Gelenke betrifft, kann Beinwell die Beschwerden lindern – alllerdings nur ergänzend zur Standardtherapie und in Absprache mit dem behandelnden Arzt.
Wichtige Hinweise:
Da Beinwellwurzel sogenannte Pyrrolizidinalkaloide enthält, sollten Sie Zubereitungen aus der Heilpflanze vorsorglich nicht einnehmen. Die Pflanzeninhaltsstoffe können womöglich die Leber schädigen und Krebs auslösen. Allerdings konnten Forscher dies bis jetzt nur in Laborversuchen feststellen. Experten raten zudem davon ab, Beinwell-Umschläge selbst zuzubereiten, da auch in diesen Mixturen teilweise ein recht hoher Gehalt an Alkaloiden vorkommen kann. In Fertigpräparaten aus der Apotheke werden die Extrakte dagegen so aufbereitet, dass die Menge an Alkaloiden bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet.
Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.
www.apotheken-umschau.de;
05.08.2005, aktualisiert am 02.05.2011
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer
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