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Heilpflanzen-Lexikon:
Bärentraube

Bärentraubenblätter (Arctostaphylus uva-ursi) wirken antibakteriell und helfen bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung


Bärentraube (Arctostaphylus uva-ursi)

Während Bären die Bärentraube anscheinend mögen, mundet uns Menschen ihr mehliges Aroma eher weniger. Seit dem 13. Jahrhundert ist die echte Bärentraube (Arctostaphylus uva-ursi) allerdings als Heilpflanze bekannt. In einem englischen Kräuterbuch wurde sie erstmals erwähnt und dort sogleich als hilfreich bei erkrankten Harnwegen beschrieben.

Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Die Bärentraube ist ein immergrüner Zwergstrauch, dessen reich verzweigte Äste sich bodennah ausbreiten. Die ganzrandigen Blätter glänzen auf der Oberseite dunkelgrün, auf der Unterseite sehen sie blassgrün und matt aus. Die weißlich-rosaroten Blüten ordnen sich glockenförmig an. Die Früchte treten als rote Beeren hervor und schmecken mehlig. Die Bärentraube gehört zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae) und blüht von Mai bis Juni. Heimisch ist sie unter anderem in Mittel- und Nordeuropa, wo sie in Mooren und auf Heiden wächst. Da der Zwergstrauch in Deutschland immer seltener anzutreffen ist, gilt er hierzulande als „besonders geschützt“.


Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Verwendet werden Bärentraubenblätter. Sie enthalten zu sieben bis zwölf Prozent Phenolglykoside, vor allem den Pflanzeninhaltsstoff Arbutin. Daneben stecken reichlich Gerbstoffe vom Gallotannin-Typ sowie Flavonoide in den Blättern.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

Der Pflanzenstoff Arbutin wird im Körper in seine wirksame Form umgewandelt: das Hydrochinon. Es wirkt leicht desinfizierend und hemmt das Wachstum von Bakterien. Da Hydrochinon vom Körper über die Nieren wieder ausgeschieden wird, entfaltet es in den ableitenden Harnwegen (also Harnleiter, Blase und Harnröhre) seine antibakterielle Wirkung. Somit können Bärentraubenblätter bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung helfen, die mit einem Brennen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang und Unterleibsschmerzen einhergeht.

Bärentraubenblätter zählen oft zu den Bestandteilen von Nieren- und Blasentees – häufig kombiniert mit anderen Heilpflanzen wie Acker-Schachtelhalm, Goldrute, Birkenblättern und Hauhechel.

Wichtige Hinweise:

Bärentraube wirkt vermutlich besser, wenn der Harn leicht alkalisch ist. Das gelingt, wenn reichlich Obst und Gemüse auf dem Speiseplan steht, dafür aber wenig Fleisch, Wurst und Käse. Letztere säuern den Harn eher an.

Der Urin kann sich nach Einnahme von Bärentraube etwas grünlich verfärben, das ist jedoch nicht schlimm.

Experten empfehlen Präparate mit Bärentraube nicht länger als eine Woche und nicht öfter als fünf Mal im Jahr einzunehmen. Schwangere, Stillende und Kinder sollten Bärentraube vorsorglich nicht anwenden.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten!



www.apotheken-umschau.de; 05.08.2005, aktualisiert am 02.05.2011
Bildnachweis: iStock/Sweet Mommy

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