Hirnaufnahmen mit Hilfe der Magnetresonanztomografie sind die beste Möglichkeit, ein Akustikusneurinom nachzuweisen oder auszuschließen
Was ist ein Akustikusneurinom?
Das Akustikusneurinom (AKN) ist eine Geschwulst, die im Schädelinneren wächst. Der Tumor vergrößert sich üblicherweise nur sehr langsam und bildet keine Tochtergeschwülste (Metastasen). Deshalb zählt er zu den gutartigen Tumoren. Es handelt sich also nicht um eine Krebsgeschwulst. "Gutartig" ist bei allen Tumoren im umschlossenen Gehirnschädel jedoch nicht gleichbedeutend mit unproblematisch. Denn das Akustikusneurinom kann durchaus Beschwerden verursachen.
Als Neurinom bezeichnen Mediziner ganz allgemein gutartige Tumoren, die an der äußeren Hüllschicht der Nerven entstehen, den so genannten Schwann-Zellen. Das Akustikusneurinom heißt dementsprechend medizinisch korrekt auch Vestibularisschwannom. Der erste Wortteil benennt den Ort, an dem das Aktustikusneurinom bevorzugt wächst: am Gleichgewichtsnerv, dem Nervus vestibularis.
Der Gleichgewichtsnerv verläuft überwiegend gemeinsam mit dem Hörnerv (Nervus cochlearis) vom inneren Gehörgang zum Hirnstamm und wird zusammenfassend auch als Nervus vestibulocochlearis (VIII. Hirnnerv) bezeichnet. Über diese Nervenleitung schicken Hörorgan und Gleichgewichtsorgan ihre Signale vom Innenohr zum Gehirn. Wird das Akustikusneurinom größer, drückt es unter Umständen auf diese Nervenbahn und / oder ihre Blutversorgung und stört so die Funktion des Hör- und Gleichgewichtsnervs.
Mögliche Symptome sind meist einseitige Hörstörungen (Schwerhörigkeit, Symptome vergleichbar mit denen eines Hörsturzes), Ohrgeräusche (Tinnitus) oder Schwindel. Da auch der Gesichtsnerv (Nervus facialis, VII. Hirnnerv) im inneren Gehörgang verläuft, kann es auch zu Funktionsstörungen dieses Nervs mit Lähmungen der Gesichtsmuskulatur kommen. Mit zunehmender Größe breitet sich der Tumor eventuell in den Bereich zwischen Hirnstamm und Kleinhirn aus, den sogenannten Kleinhirnbrückenwinkel. Das AKN ist der häufigste Kleinhirnbrückenwinkeltumor. Wird der Tumor nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu einer gefährlichen Quetschung des Hirnstamms oder des Kleinhirns kommen. Auch der Abfluss des Gehirnwassers gerät unter Umständen ins Stocken. (Mehr dazu im Kapitel Symptome).
Eine sichere Diagnose ist in der Regel nur mit einer Magnetresonanz-Tomografie möglich. (Mehr dazu im Kapitel Diagnose).
Für die Therapie kommen Operation oder Bestrahlung infrage. In manchen Fällen muss das Akustikusneurinom zunächst nicht behandelt werden. Dann sind jedoch planmäßige Kontrollen wichtig. (Mehr im Kapitel Therapie).
Schätzungen zufolge erkranken jährlich etwa acht bis zehn von einer Million Menschen an einem Akustikusneurinom.
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06.05.2010, aktualisiert am 04.08.2011
Bildnachweis: iStock/haydenbird
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