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Hat jeder Mensch ein Idealgewicht?

Es gibt verschiedene Berechnungsansätze für ein gesundes Körpergewicht. Welcher ist der richtige? Und gibt es das Idealgewicht überhaupt?


Eine schlanke Taille sieht toll aus und ist gesund

Es gibt sicherlich beliebtere Wortkombinationen, als den Begriff "Idealgewicht". Viel schöner klingen doch Zusammensetzungen wie "Wohlstandsbauch" oder "Vollweib". Doch leider ist Übergewicht gesundheitsschädlich und somit ist es nicht nur ästhetisch schöner, überflüssige Pfunde loszuwerden. Aber wo liegt das Ziel? Wie berechnet man sein Idealgewicht?

"Die Antwort lässt sich nicht auf das Gewicht alleine reduzieren", antwortet Dr. Harald Schneider, Endokrinologe und Körpergewichtsforscher am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Eine Kiloanzeige auf der Waage erlaubt noch keine richtigen Rückschlüsse auf eventuelle Krankheitsrisiken.


Also ist das Ideal- vielleicht eher so etwas wie ein Wohlfühlgewicht? Nach dem Motto: "Objektiv zu dick, aber die subjektive Wahrnehmung ist echt gut?" Nein, das stimmt leider auch nicht so ganz. "Der ausschlaggebende Faktor ist die Körperzusammensetzung", erklärt Schneider. Also, aus wie vielen Muskel-, Fett- oder Wasseranteilen der Körper besteht.

Besonders wichtig: Der Gewichtsexperte unterscheidet zwischen zwei Arten von Fett. Dem aus der Unterhaut und der Sorte aus dem Bauch. Letzteres sitzt unter unseren Bauchmuskeln, zwischen den Organen. Es legt sich beispielsweise um die Leber, die Milz, den Magen und die Gefäße. Und es ist "böse", so Schneider. Denn Bauchfett sondert Hormone und Entzündungsstoffe ab, die Gefäße verkalken lassen und somit das Herzinfarktrisiko steigern.

Schneider ermittelt das Idealgewicht mit der "WHtR", die Waist-to-Height Ratio. Übersetzt bedeutet der Begriff "Taillen-Körpergrößen-Verhältnis". Für die Berechnung teilt man den Taillenumfang (in Zentimetern) durch die Körpergröße (in Zentimetern). Solange Mann oder Frau unter 40 Jahre alt sind, darf das Ergebnis als Maximalwert eine 0,5 ergeben. Ab dem 50. Lebensjahr ist eine 0,6 erlaubt. In den Jahren dazwischen liegt auch der WHtR dazwischen. Die Taille misst man übrigens genau in der Mitte zwischen der untersten Rippe und dem obersten Punkt des Beckenkamms.

Manch einer hält seinen 0,4 WHtR-Wert mit Leichtigkeit, der nächste kämpft für eine 0,6. Wie sehr muss man sich quälen? "Man profitiert von jedem verlorenen Zentimeter", so Schneider. Das Ergebnis einer Langzeitstudie hat gezeigt, dass eine Reduktion des Taillenumfangs um nur fünf Zentimeter das Sterblichkeitsrisiko um 17 Prozent senken kann. Der WhtR gibt ideale Maße an, aber es lohnt sich immer abzuspecken, auch wenn man noch außerhalb der Richtwerte liegt.

Der Body-Mass-Index (BMI) ist laut Schneider übrigens veraltet. Bei dieser Berechnung stellt man lediglich Gewicht und Körpergröße in einen Zusammenhang. Die Körperfettverteilung wird nicht berücksichtigt. Trotzdem ist der BMI immer noch sinnvoll für eine grobe Einschätzung, ob eine Person unter Übergewicht leidet. Das gleiche gilt für den BROCA-Index. Für diese Berechnung zieht man von der Körpergröße in Zentimetern lediglich 100 ab und erhält damit sein persönlich erlaubtes Maximalgewicht.



Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de; 01.02.2011, aktualisiert am 04.02.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Comstock Images

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