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Mit dem Heimtrainer fit durch den Winter

In der kalten Jahreszeit fällt der Sport aus? Gilt nicht! Wer Nieselregen, Schnee und Dunkelheit scheut, kann sich mit einem Sportgerät daheim fit halten. So geht das


Wer sich regelmäßig aufrafft, kann auch per Heimtrainer Herz und Kreislauf auf Trab bringen

Joggen? Zu kalt. Rad fahren? Zu windig. Nordic Walking? Zu dunkel. Im Winter bieten sich genügend Ausreden an, um keinen Sport zu treiben. Doch wer Wind und Wetter fürchtet, muss nicht tatenlos auf dem Sofa herumlümmeln. Es gibt eine Vielzahl von Heimtrainern, mit denen Er und Sie sich in der kalten Jahreszeit fit halten können.

Wer sich in einem Sportgeschäft nach einem potenziellen Gerät umsieht, verliert allerdings schnell den Überblick. Zu groß ist die Auswahl, zu unterschiedlich sind die Preise. Muss es wirklich ein Hightech-Laufband für 2000 Euro sein? Oder reicht auch ein einfacher Stepper für 80 Euro? „Ein Laufband würde ich als Heimtrainer eher weniger empfehlen“, sagt Erik Frank, Personal-Trainer und Fitnessökonom aus Worms. Damit schränkt er die Auswahl schon mal etwas ein.


Zwar gilt das Laufband als äußerst effektiv, um Herz und Kreislauf zu trainieren. Doch gehört es mit Kosten von weit über 1000 Euro eher ins Fitness-Studio. Zudem sei das Gerät ein richtiger Energieschlucker, meint Frank, da es über einen integrierten Motor läuft. Und wer die Technik auf dem Band nicht beherrscht, landet schnell auf dem Hosenboden.

Ein sogenannter Crosstrainer, der aus beweglichen Fußpedalen und Armstangen besteht, stärkt Herz und Muskeln ähnlich effektiv wie ein Laufband. „Denn hierbei werden nicht nur die Beine bewegt, sondern durch die Armstangen der ganze Körper“, erklärt der Fitness-Experte. Das Trainingsgerät stellt die Bewegungen nach, die ein Langläufer oder Nordic Walker macht. Allerdings kommt ein guter Crosstrainer auch auf mehr als 1000 Euro.

Deutlich preiswerter und zugleich der Klassiker fürs heimische Trimm-dich-Zimmer: das Fahrrad-Ergometer. Wer von einem „Heimtrainer“ spricht, hat meist dieses Gerät vor Augen. Der Vorteil: Die Technik beherrscht eigentlich jeder, da es wie ein Rad funktioniert. Der Nachteil: „Der Trainingseffekt ist nicht so groß wie bei anderen Heimtrainern“, so Frank. Denn die Beine strampeln zwar fleißig, aber der Oberkörper bleibt unbeeinflusst. Folglich werden weniger Muskelgruppen beansprucht.

Die wahrscheinlich günstigste Variante ist ein Stepper. Das Utensil besteht im Prinzip lediglich aus zwei Fußpedalen, nimmt dadurch wenig Platz weg und lässt sich im Kellerregal verstauen. Sportexperte Frank hält den Stepper zudem für sehr effektiv. Auch wenn es so aussieht, als würden Mann oder Frau nur die Beine auf- und abbewegen, es passiert viel mehr. „Da man frei auf den Pedalen steht, muss der Oberkörper stabilisiert werden“, sagt Frank. Das bedeutet, die Muskeln in Rücken und Bauch werden angespannt, was wiederum den Fitnesseffekt vergrößert. Der Balanceakt auf dem wippenden Gerät wirkt sich zudem günstig auf Gleichgewicht und Koordination aus. Hier liegt allerdings auch ein Nachteil: Wer keine gute Balance hat, tut sich mit dem Gerät schwer.

Wer einen Heimtrainer erwirbt, sollte nicht gleich ungebremst loslegen. Vorab empfiehlt sich ein gründlicher Gesundheitscheck beim Arzt, der auch prüft, wie belastbar Herz und Kreislauf sind. Ein sogenannter Personal Trainer kann die Technik erklären und – gemäß dem Fitnesszustand – das Training anpassen. Umsonst ist so eine Beratung allerdings nicht.

Kann es losgehen, gilt: nicht zu warm anziehen. Ein Zimmer auswählen, dessen Temperatur bei etwa 15 bis 20 Grad liegt – zum Beispiel den Kellerraum. Das Fitnesszimmer sollte ein Fenster haben, damit frische Luft herein kann. Langsam beginnen. Bei vielen Geräten lässt sich über den Mini-Computer ein Aufwärmprogramm einstellen. Danach darf es etwas intensiver werden, abhängig von der Fitness. Nach der abendlichen Strampeleinheit den Raum gut durchlüften, damit sich keine Feuchtigkeit in den Wänden anreichert.

Fazit: Wer auch im Winter fit bleiben möchte, kann durchaus auf einen Heimtrainer setzen. „In Bezug auf den Fitnesseffekt sind Heimtrainer genauso effektiv wie eine Ausdauersportart im Freien“, so Frank. Vorausgesetzt, der Trainierende ist motiviert und übt regelmäßig. Ein Spaziergang an der frischen Luft oder ein kleiner Fahrradausflug bei schönem Wetter dürfen trotzdem nicht fehlen. Denn eine Portion Sauerstoff braucht nicht nur der Körper, sondern auch die Seele.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 30.11.2010, aktualisiert am 16.12.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Hemera

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