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Chronischer Schulterschmerz
Ursachen: Frozen shoulder (Schultersteife)

Eine Schultersteife entsteht häufig spontan, aus unbekannten Gründen (primär). Sekundär kann sich bei anderen Schulter- oder Gelenkerkrankungen eine steife Schulter entwickeln


Der Schultersteife gehen Schulterschmerzen voraus

Risikofaktoren und Ursachen

Auch wenn man nicht genau weiß, warum es manchmal zur Schultersteife (primäre Form, siehe oben) kommt, so sind doch einige Risikofaktoren bekannt. Dazu gehören Stoffwechselerkrankungen, darunter die Zuckerkrankheit (Typ-1-Diabetes, Typ-2-Diabetes), eine Überfunktion der Schilddrüse, Verschleißerkrankungen der Halswirbelsäule, außerdem Herz- und Lungenerkrankungen oder durchgemachte größere Operationen, auch im Zusammenhang mit einem Unfall. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer, Altersstufe etwa 40 bis 70 Jahre. Die primäre Schultersteife wird auch adhäsive Kapsulitis genannt. Es beschreibt, was dahintersteckt, nämlich eine Entzündung mit Verklebungen der Gelenkkapsel.

Eine sekundäre Schultersteife ist zum Beispiel im Rahmen der Periarthropathia humeroscapularis möglich (siehe Kapitel „Kalkschulter – Sehnenriss") oder als Verletzungsfolge, sei es durch eine lange Ruhigstellung, sei es nach einem nicht glatt verheilten Bruch an der Schulter. Auch als Komplikation einer akuten Infektion des Schultergelenks oder bei Arthrose kann es sekundär zu einer Schultersteife kommen.


Symptome: Das Problem beginnt mit zunehmenden Schulterschmerzen, die sich über einige Monate hinziehen können. Manche Betroffenen nennen als Auslöser eine falsche Schulterbewegung oder einen eigentlich harmlosen Sturz. Oft kommt das Ganze aber aus dem Nichts. Die Schmerzen treten vor allem in Ruhe und damit auch nachts auf und stören das Befinden erheblich. In dem Maße, wie die Schmerzen dann langsam wieder zurückgehen, nimmt die Steife zu. Das betrifft besonders das Heben des Armes (aktiv, passiv) und damit alle Alltagsbewegungen auf Schulterniveau. Schließlich, nach etwa zwölf bis 36 Monaten, wird die Schulter wieder beweglicher: ein Geduldsspiel, das bei den meisten wohl nur schlecht in die Lebensplanung passt.

Diagnose: Der Arzt wird eine sekundäre Form und andere Ursachen von chronischen Schulterschmerzen ausschließen. Dazu dienen die genaue Dokumentation der Krankengeschichte, die sorgfältige körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Röntgenuntersuchungen. Mehr dazu siehe unter Periarthropathia humeroscapularis im Kapitel „Kalkschulter – Sehnenriss“. Bei primärer Schultersteife ist beispielsweise das Röntgenbild der Schulter normal. Auch im Hinblick auf die genannten Risikofaktoren wird eine Diagnostik einschließlich verschiedener Blutwerte empfohlen. Weitere Laboranalysen und bildtechnische Diagnoseverfahren sind nur bei Verdacht auf ein anderes Krankheitsgeschehen notwendig (siehe unter „Rheuma & Co.“ in diesem Beitrag).

Therapie: In der schmerzhaften Phase kommen schmerzlindernde Entzündungshemmer oder ein einfaches Schmerzmittel wie zum Beispiel Paracetamol infrage. Außerdem setzt det Arzt Kortison ein – als Tabletten über einen begrenzten Zeitraum oder eventuell als Injektionen in das Gelenk. Die Versteifung lässt sich durch konservative Maßnahmen, insbesondere Krankengymnastik und Manuelle Therapie, entscheidend bessern. Die Übungstherapie muss über Monate täglich stattfinden. Tritt keine Besserung ein, kann ein Eingriff im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) weiterhelfen. Dabei lassen sich Verwachsungen lösen und die geschrumpfte Gelenkkapsel spalten und aufweiten. Die Arthroskopie hat auch diagnostische Bedeutung, da das Gelenk dabei von innen betrachtet und etwas Gewebe zur mikroskopischen Untersuchung entnommen werden kann. Manchmal verbindet der Arzt die Kapselspaltung noch mit einer „Narkosemobilisation“, das heißt die Schulter wird unter der Betäubung vorsichtig in verschiedene Richtungen gedehnt.

In der Nachbehandlungsphase ist die Krankengymnastik wiederum sehr wichtig. Anfangs kann eventuell eine gezielte Schmerzbekämpfung das Üben erleichtern. Die Schulterübungen sollten den Betroffenen „in Fleisch und Blut übergehen“, damit sie sie anschließend täglich selbst durchführen können. Begleitende innere Erkrankungen behandelt der Arzt natürlich ebenfalls.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 27.03.2012
Bildnachweis: Panthermedia/Werner Heiber

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