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Das hilft gegen Schnarchen

Warum manche Menschen schnarchen und was sie dagegen tun können, erklärt ein Schlafforscher


Schnarchen kann auch den zahmsten Bettpartner zur Weißglut treiben

Sie leben direkt unter uns. Ob die Bäckerin wohl eine ist? Der Bankberater? Oder vielleicht das süße Kind der Nachbarn? Jeder Mensch kann dazu gehören – zur unbeliebten Gruppe der Schnarcher. Bei ihnen gilt die Devise: Augen zu, Lärmbelästigung an.

Selbstverständlich schnarcht kein Mensch aus Boshaftigkeit. Das wäre sogar unmöglich, denn das nächtliche Rasselkonzert läuft völlig unbewusst ab. Daher behaupten ja auch die meisten Betroffenen, auf den Krach angesprochen, "das kann nicht stimmen, ich schnarche gar nicht".


Der Lärm entsteht dadurch, dass das Gaumensegel, das Zäpfchen oder andere Rachenteile beim Einatmen vibrieren. "So wie ein Flagge, die im Wind flattert", vergleicht Professor Göran Hajak, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Universität Regensburg. Je enger die Luftwege und je schlaffer die Muskeln des Mundraumes sind, desto eher schnarcht der Betroffene. Daher kann Abnehmen oft schon eine große Verbesserung bringen.

An sich ist Schnarchen ungefährlich. Sobald es aber zu Atemaussetzern kommt, müssen Sie unbedingt etwas unternehmen. Die nächtliche Sauerstoff-Unterversorgung bei einer Schlafapnoe kann schlimme Folgen haben. Dazu gehören Müdigkeit am Tag bis hin zu Sekundenschlaf, der etwa beim Autofahren fatal sein kann, oder in manchen Fällen sogar Depressionen, um nur einige zu nennen.

Es lohnt sich, den Bettpartner zu fragen, ob sich das nächtliche Schnarchen von Atemaussetzern unterbrochen wird. Alternativ kann man auch ein Aufnahmegerät mitlaufen lassen. Die sicherste und sinnvollste Variante ist allerdings, eine Nacht in einem Schlaflabor zu verbringen. "Ansonsten ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner", so Hajak. Wenn ein Kind schnarcht, rät Hajak, immer sofort einen Arzt zu kontaktieren.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Erwachsene?

  • Schnarchrucksack

Der aufblasbare Sack verhindert, dass sich der Schläfer auf den Rücken dreht. Denn die Rückenlage ist die häufigste Schnarchposition. Was laut Hajak auch klappen kann: Legen Sie sich auf die Seite, und stecken Sich ein großes Kissen hinter sich. Das verhindert das Drehen.

  • Nasenpflaster

Das Pflaster erweitert die Luftwege. "Das kann bei leichtem Schnarchen helfen", so Hajak.

  • Alkoholverzicht

Bier und Rotwein fördern die Erschlaffung der Rachenmuskulatur. Also besser nichts oder nur wenig Alkohol trinken.

  • Befeuchtung der Schleimhäute

Ein abschwellendes Nasenspray zur Nacht kann für Erkältungs-Schnarcher manchmal kurzfristig hilfreich sein. Lassen Sie sich dazu aber in der Apotheke beraten, da man solche Präparate nicht länger als etwa eine Woche am Stück anwenden sollte. Angenehm finden manche bei Schnupfen auch ein befeuchtendes Meerwasser-Nasenspray. Das eignet sich auch für den längeren Gebrauch. Von allen nicht wissenschaftlich getesteten Hausmitteln hält Hajak nicht viel.

  • Unterkieferschiene

Ein verkürzter Unterkiefer kann Sie zu einem Schnarcher machen. In diesem Fall passt ein Kieferorthopäde oder Zahnarzt eine Schiene an, die den Rachenraum entspannt. Absolut notwendig ist hier das Eingreifen eines Fachmanns. "Ansonsten kann die Korrektur andere Nebenwirkungen wie Schäden im Kiefergelenk oder Verspannungen in der Nackenmuskulatur nach sich ziehen", warnt Hajak.

  • Schlafmaske

Wer wirklich unter Atemaussetzern leidet, dem kann eine Schlafmaske ein riesiges Stück Lebensqualität zurückgeben. Für die Auswahl und Beratung ist ein Schlafmediziner notwendig. Betroffene tun sich zunächst oft schwer, sich mit dem Gedanken an eine Maske anzufreunden, aber wer sich traut, wird meist reich belohnt. Nach oft vielen Jahren wachen die Patienten endlich wieder fit und leistungsfähig auf und können erholt in ihren Tag starten.

  • Operation

In einigen Fällen kann ein operativer Eingriff das nächtliche Sägekonzert stoppen. Ein speziell ausgebildeter Experte kann Nutzen und Risiko abwägen.



Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de; 13.01.2011, aktualisiert am 05.01.2012
Bildnachweis: Fotolia/WavebreakMediaMicro/2011

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