Den Sandstrand unter den Füßen, das Meer direkt vor Augen und über dem Kopf strahlend blauer Himmel – wer bekommt da keine Sehnsucht nach dem nächsten Urlaub? Schon aus gesundheitlichen Gründen ist es wichtig, dass wir in regelmäßigen Abständen aus dem Alltagstrott ausscheren und uns richtig erholen. Sonst droht durch den täglichen Dauerdruck im Beruf – und oft auch in der Freizeit – langfristig sogar ein Burn-out. Doch allzu häufig führt Stress beim Verreisen dazu, dass auch im Urlaub der erwünschte Erholungseffekt ausbleibt.
Den Urlaub nicht mit Plänen überladen
Endlich einmal keine Verpflichtungen haben – darum geht es im Urlaub. „Ein spontaner, ungeregelter Tagesablauf ohne Terminstress ist wichtig“, erklärt Peter Groß. Der Kölner Psychologe empfiehlt zum Erholen langes Ausschlafen, viel Natur und Bewegung in Maßen.
Viele Urlauber schmieden dagegen für die Urlaubszeit zu viele Pläne und setzen sich damit selbst unter Druck. Mit zu hohen Erwartungen zu verreisen ist unter Umständen ebenfalls problematisch. Wenn dann der Urlaub nicht den Vorstellungen entspricht, führt das schnell zu Ärger und Stress.
Im Urlaub gar nichts zu unternehmen kann aber ebenso schädlich sein. Langeweile ist ein häufiger Grund dafür, warum es mit der Erholung nicht so richtig klappt. „Im Alltag sind wir feste Strukturen gewohnt, deshalb sollte auch der Urlaub ein Mindestmaß an Struktur besitzen“, erklärt Dr. Jürgen Kagelmann. Er lehrt Tourismuspsychologie unter anderem an der Hochschule Bremen und an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg.
Unterschiedliche Bedürfnisse
Die richtige Balance zwischen Nichtstun und Aktivität muss jeder für sich selbst finden, angepasst an seine eigenen Bedürfnisse. „Allgemein verbindliche Ratschläge gibt es nicht“, sagt Kagelmann. „Wichtig ist aber sich Grenzen zu setzen.“ Im Urlaub einmal E-Mails nachzusehen ist prinzipiell in Ordnung, wenn man nicht einen Großteil des Tages an seinem Smartphone verbringt.
In der Partnerschaft können unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse zu Streit führen. Gerade in der Urlaubszeit sind Konflikte oft vorprogrammiert: Er will an den Strand, Sie einen Stadtbummel. Findet sich kein Kompromiss, mit dem beide glücklich sind, sollten die Partner lieber einen Tag getrennt voneinander etwas unternehmen, empfehlen die Experten Groß und Kagelmann übereinstimmend.
Wer frühzeitig mit der Reisevorbereitung beginnt, erspart sich hinterher viel Stress. Gerade bei exotischen Reisezielen sind im Voraus spezielle Impfungen fällig. Auch der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ist sinnvoll. Erledigungen, die Zeit kosten. Nehmen Sie sich diese. Alles auf den letzte Drücker zu erledigen bedeutet nur unnötigen Stress.
Pufferzeiten einplanen
Psychologe Groß rät dazu, sich mindestens einen Tag vor der Abreise bereits frei zu nehmen. Sonst gerät man bei Reiseantritt zu schnell in Hektik. Noch ein Tipp: Am ersten Ferienwochenende mit dem Auto in den Urlaub mag zwar an und für sich keine schlechte Idee sein – nur leider haben sie viele andere auch. Falls möglich, solche Stoßzeiten besser vermeiden und an einem anderen Tag oder nachts losfahren.
Nach der Heimreise empfiehlt Groß eine „sanfte Landung“, um die Urlaubsgefühle möglichst lange zu konservieren. Das bedeutet, nicht erst am Abend vor dem ersten Arbeitstag wieder ankommen, sondern sich dazwischen einen Puffer von ein paar Tagen frei zu halten, in denen man wenig unternimmt. „Ich rate den Leuten immer: Kommen Sie zwei bis drei Tage früher an und verraten Sie niemand, dass Sie wieder da sind“, sagt Groß.
Stephan Soutschek / www.apotheken-umschau.de;
02.08.2011, aktualisiert am 03.08.2011
Bildnachweis: iStock/Amriphoto
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