Romeo küsste Julia. Erich Honecker küsste Leonid Breschnew. Klaus Eberhartinger küsst "die Hand, schöne Frau, Ihre Augen sind so blau" und die Franzosen, Spanier und Lateinamerikaner küssen bei jeder Begrüßung und Verabschiedung. Bussi Bussi – fast überall auf der Welt wird geknutscht. Und ganz besonders heute am 6. Juli, denn das ist der offizielle Tag des Kusses.
Für ein richtig schönes formvollendetes Lippenbekenntnis aktivieren wir etwa 38 Gesichtsmuskeln. Dabei verbrennen wir in zwei Minuten ungefähr 15 Kalorien. Die Nebenniere setzt Adrenalin frei, was Blutdruck und Puls ansteigen lassen kann. Bei Zungenküssen tauschen die Partner auch eine ordentliche Anzahl von Keimen aus. Darunter sind manchmal krankmachende Bakterien. Auch Viren, wie der Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers, können bei einem Kuss übertragen werden. Andererseits haben Studien ergeben, dass Küssen das Immunsystem stärken könnte. Sind beide Partner gesund, scheint Küssen also gut für Körper und Seele zu sein.
Je nach Kultur gehen die Menschen aber unterschiedlich mit dem Küssen um. Ganz besonders streng nehmen es die Japaner und Inder. In den asiatischen Ländern ist das Küssen nichts, was man in der Öffentlichkeit tut. Das liegt daran, dass der Kuss als Ausdruck höchster Intimität gilt. Wer sich küsst, will Sex. Selbst ein harmloser Wangenkuss ist außerhalb der eigenen Wohnung tabu. Begrüßungsküsse gibt es nicht.
In Deutschland gehört das Küssen in Partnerschaften und Familien einfach dazu. Aber auch wer sich mit einer Freundin trifft, kommt meist nicht herum ums „Bussi-Bussi“-Ritual herum. Laut einer repräsentativen Umfrage der GfK Marktforschung im Auftrag von www.apotheken-umschau.de begrüßt und verabschiedet die Hälfte der Frauen gute Freunde immer mit Küsschen. Besonders verbreitet ist diese Gewohnheit bei 14- bis 29-jährigen Frauen: 74,9 Prozent. Aber auch Frauen zwischen 30 und 50 sind einem Begrüßungsküsschen durchaus nicht abgeneigt (58,1 Prozent). Älteren ist dieses Ritual eher fremd (ab 70-jährige Frauen: 25,5 Prozent). Skeptisch sind auch viele Männer. Fast drei Viertel von ihnen (73 Prozent) bevorzugen einen Handschlag oder ein sachliches Nicken zur Begrüßung oder Verabschiedung.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
06.07.2009, aktualisiert am 06.07.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/BrandX
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