Die beiden Nieren liegen unterhalb des Zwerchfells rechts und links der Hauptschlagader (im Bild rot)
Die beiden Nieren sind lebenswichtige Organe des Menschen. Ihre Hauptaufgabe ist die Bildung von Urin, um auf diesem Wege bestimmte Stoffe aus dem Körper auszuscheiden. Lässt diese Funktion langsam nach, spricht man von einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI) oder einem chronischen Nierenversagen. Setzt die Urinproduktion dagegen sehr plötzlich aus, bezeichnet man dies als akutes Nierenversagen (ANV).
Die wichtigsten Aufgaben der Nieren sind:
Die Nieren werden über die Nierenarterie mit Blut versorgt. Im Nierengewebe teilt sich die Arterie in immer kleiner werdende Blutgefäße auf. Die kleinsten Blutgefäße mit dem geringsten Durchmesser bezeichnet man als Glomeruli (lateinisch Glomus: Knäuel). Jede Niere besitzt in der Nierenrinde etwa eine Million dieser Gefäßknäuel. Die Glomeruli sind umgeben von feinsten Harnkanälchen (Tubuli). Das Blut wird durch die Wand der Glomeruli gefiltert und als sogenannter Primärharn in die Harnkanälchen abgegeben. Pro Tag werden so etwa 180 Liter Primärharn gebildet. In den anschließenden anatomischen Strukturen der Niere wird über mehrere Schritte der Endharn oder Urin gebildet, der schließlich über Harnleiter, Harnblase und Harnröhre nach außen abgegeben wird. Der Primärharn wird auf etwa zwei Liter Urin täglich konzentriert.
Die Niere filtert in den Glomeruli den Primärharn, der die so genannten harnpflichtigen Substanzen enthält. Wenn mehr als 60 bis 70 Prozent der Glomeruli nicht mehr funktionieren, kommt es zur eingeschränkten Nierenfunktion. Bestimmte Stoffe häufen sich im Blutkreislauf an, anstatt ausgeschieden zu werden. Als Nierenretentionswerte bezeichnet man Kreatinin und Harnstoff. Diese Stoffe sind selbst nicht schädlich, ihre Konzentration im Blut gibt aber sehr gut Auskunft über die Höhe anderer harnpflichtiger, schädlicher Substanzen und erlaubt das Ausmaß der Nierenfunktionseinschränkung abzuschätzen.
Während das akute Nierenversagen im Laufe von Stunden bis Tagen entsteht und nach Beseitigung der Ursache in der Regel reversibel ist, handelt es sich bei der chronischen Niereninsuffizienz um eine über Monate bis Jahre langsam fortschreitende Erkrankung. Die chronische Niereninsuffizienz wird häufig durch Diabetes mellitus oder Entzündungen in den Nieren hervorgerufen. Eine unbehandelte chronische Niereninsuffizienz führt letztendlich zum Tod, wenn die harnpflichtigen Substanzen sowie bestimmte Elektrolyte und überschüssiges Wasser nicht mit Hilfe einer Nierenersatztherapie wie der Dialyse ("Blutwäsche") oder einer transplantierten Niere aus dem Körper entfernt werden.
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13.09.2005, aktualisiert am 05.05.2011
Bildnachweis: W&B/Ibelherr/Szczesny, W&B/Jörg Kühn
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