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Nasendusche: Was bringt sie wirklich?

Wer von einer Nasenspülung profitiert, was Anwender beachten sollten und wie oft sie ihre Nase reinigen dürfen


Sieht nicht gerade angenehm aus, befreit aber die Nase: eine Nasendusche

Eine Nasendusche machen? Wie unappetitlich! Das kribbelt bestimmt und das salzige Wasser läuft den Rachen herunter… Doch eine Nasendusche hat auch ihre guten Seiten. Die salzhaltige Flüssigkeit, mit der das Gerät befüllt wird, spült die Nasenschleimhaut. Dadurch löst sich nicht nur zäher Schleim, auch Dreck und Pollen gelangen nach außen. Zudem werden Krankheitserreger, die sich im Sekret befinden, aus der Nase herausbefördert.

„Daher empfiehlt sich eine Nasendusche zum Beispiel für Menschen, die gerade eine Erkältung durchmachen oder Heuschnupfen haben“, sagt Dr. Jan Löhler, HNO-Arzt aus Bad Bramstedt. Auch wer zu trockenen Schleimhäuten neigt, von einer akuten Mittelohrentzündung geplagt wird oder eine Operation an Nase oder Nebenhöhlen hinter sich hat, kann von einer Nasendusche profitieren.


Wann man keine Nasendusche machen sollte

Ist die Schleimhaut zu sehr angeschwollen, etwa durch einen Schnupfen, kann es passieren, dass die Spülflüssigkeit nicht richtig abfließt. In diesem Fall hilft die Nasendusche nur bedingt. Wer kurze Zeit vorher jedoch ein abschwellendes Nasenspray anwendet, kann dem vorbeugen. „Sind die Nebenhöhlen stark entzündet und vereitert, würde ich von einer Nasendusche abraten“, ergänzt Löhler. Gleiches gilt, wenn die Nase blutet.

Ob fleißige Nasenspüler einem Infekt vorbeugen können, beurteilen Experten unterschiedlich. Ebenso, ob Er und Sie über lange Zeit sorgenfrei „duschen“ dürfen. Die Deutsche Lungenstiftung steht dem beispielsweise kritisch gegenüber. Sie rät von einem dauerhaften Gebrauch ab, da zu häufiges Spülen die Nasenschleimhaut schädige und wiederkehrende Infektionen begünstige. HNO-Arzt Löhler sieht dies ähnlich: „Wer gesund ist und keine Beschwerden verspürt, muss auch keine Nasendusche benutzen.“ Menschen, deren Nasennebenhöhlen chronisch entzündet sind, kann regelmäßiges Spülen allerdings durchaus helfen. Auch wenn jemand – bedingt durch eine Pollenallergie – ständig niest, darf er während dieser Phase täglich die Nase reinigen.

Verschiedene Modelle im Handel

Behälter gibt es diverse, von der Spülkanne aus Glas bis hin zur Kunststoffflasche mit Nasenaufsatz. Erlaubt ist prinzipiell jedes dieser speziellen Geräte – je nach Vorliebe. Nasenduschen gibt es zum Beispiel in der Apotheke. Wichtig: Die Spülflüssigkeit sollte immer aus einer physiologischen Kochsalzlösung bestehen (0,9 Gramm Kochsalz in 100 Milliliter Wasser). Befindet sich zu viel oder zu wenig Salz in der Lösung, reizt dies die Schleimhaut. Dasselbe passiert, wenn lediglich mit Wasser gespült wird. Abgepackte, vorportionierte Salz-Beutelchen beugen solch schmerzhaften Erfahrungen vor.

Experte Löhler rät zudem, frisch abgekochtes Wasser in das Behältnis zu füllen. Denn darin finden sich praktisch keine Keime mehr. Sonst gilt: Nach jeder Dusche das Gerät und den Nasenaufsatz gründlich ausspülen und vollständig austrocknen lassen. Die Oberfläche von Kunststoffflaschen kann mit der Zeit aufrauen, was es Keimen erleichtert, sich dort potenziell anzusiedeln. Deshalb in regelmäßigen Abständen austauschen.

Die Nasendusche richtig anwenden

Die Anwendung einer Nasendusche erklärt sich praktisch von selbst. Hat sich das Salz gelöst (gründlich schütteln!), den Nasenaufsatz an ein Nasenloch ansetzen. Den Mund weit öffnen, den Kopf nach vorne über das Waschbecken beugen und zur Seite neigen. Anschließend die Vorrichtung, mit der vorher die Lösung im Behälter zurückgehalten wurde, loslassen. Das Salzgemisch fließt nun über das andere Nasenloch wieder ab. Achtung: Wer den Mund nicht weit genug öffnet, riskiert tatsächlich, dass die salzige Lösung in den Rachen gerät!



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 02.03.2011, aktualisiert am 27.02.2012
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer

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