Die auch „Zenker-Divertikel“ genannte Aussackung ist ein sogenanntes „Pulsionsdivertikel“. Dabei tritt ein Teil der inneren Auskleidung der oberen Speiseröhre am Übergang zum unteren Schlundbereich beim Schlucken durch eine Muskellücke nach hinten bzw. seitlich-außen. Ab einer bestimmten Größe verursacht ein solches Divertikel Schluckstörungen, Hochwürgen von liegen gebliebenen Speiseresten, Hustenreiz beim Verschlucken, ein Druck- oder Schwellungsgefühl im Hals oder auch Schmerzen. Liegt eine große Aussackung vor, kann beim Trinken ein Gurgeln hörbar sein.
Ein ausgedehntes Divertikel kann sogar außen, an der Seite des Halses, als Schwellung sichtbar werden. Als Komplikationen sind Lungenentzündungen, etwa wenn beim Verschlucken Speisereste in die Luftwege gelangen, Entzündungen, Blutungen oder Einrisse (siehe auch Kapitel „Hautemphysem“) möglich. Das Zenker-Divertikel ist die häufigste Form von Speiseröhrendivertikeln. Sie betrifft überwiegend ältere Menschen.
Diagnose: Röntgenologisch mit dem sogenannten Kontrast-„Breischluck“, eventuell auch sehr vorsichtig-endoskopisch (Spiegelung).
Therapie: Je nach Größe endoskopisch (sogenannte Mukomyotomie: durch einen kleinen Schnitt über das eingeführte Spiegelgerät oder Endoskop wird das Divertikel nach innen „befreit“) oder Abtragung chirurgisch.
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19.05.2009, aktualisiert am 11.05.2012
Bildnachweis: W&B/Kühn
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