banner.jpg
  • Apothekerin Sandra Dietrich-Siebert
  • Bahnhofstr. 30
  • 59929 Brilon
  • Telefon: (02961) 966100
  • Fax: (02961) 9661030
Anmelden | Registrieren
Drucken

Transplantation

Übertragung von Organen auf ein anderes Individuum zu therapeutischen Zwecken. 2008 wurden in Deutschland 4 675 Organtransplantationen durchgeführt, am häufigsten Nieren (ca. 47 %), Lebern (ca. 36 %) und Herzen (ca. 8 %), wenige Lungen und Bauchspeicheldrüsen.

Organspendegesetz: Das 1997 in Deutschland in Kraft getretene Gesetz untersagt die anonyme Organspende; nur Verwandten ersten und zweiten Grades wie z. B. Ehegatten, aber auch Personen, die dem Empfänger besonders nahe stehen, ist eine Lebendspende erlaubt. In jedem Fall müssen die Umstände der Spende überprüft werden, um auszuschließen, dass sie aus finanziellen Gründen, Abhängigkeit oder unter Druck vorgenommen wird. Zur Transplantation von Organen von Verstorbenen müssen zwei von der Transplantation unabhängige Ärzte den Tod des Spenders feststellen. Existiert kein Organspendeausweises, kein Patiententestament und keine Willensäußerung, dürfen Organe nur entnommen werden, wenn die nächsten Angehörigen zustimmen.

Immunologische Grundlagen: Der Erfolg einer Transplantation hängt im Wesentlichen von der Immunantwort des Empfängers ab (Transplantatabstoßung). Jeder Organismus erkennt Zellen mit anderer Erbinformation als fremd und stößt sie ab. Grund hierfür sind die Gewebeantigene des HLA-Systems. Am problemärmsten sind daher Transplantation von körpereigenem Gewebe (Autotransplantat). Bei eineiigen Zwillingen sind die Erbinformationen und damit die Antigene identisch, sodass keine Abstoßungsreaktion erfolgt. Bei der allogenen Transplantation haben Spender und Empfänger unterschiedliche Erbinformationen, gehören aber beide der gleichen Spezies (Mensch) an. Nach einer allogenen Transplantation müssen die Abwehrreaktionen des Organempfängers medikamentös unterdrückt werden (Immunsuppressiva). Stammt das Transplantat von einem Tier, z. B. eine Herzklappe vom Schwein, so spricht man von einer Heterotransplantation (Xerotransplantat).

Durchführung: Nach der Organentnahme wird das Spenderorgan gekühlt und blutleer transportiert. Das entnommene Organ kann auf diese Weise 24–42 Std. konserviert werden, um später im Empfänger seine Funktion wieder aufzunehmen. Am empfindlichsten auf die fehlende Durchblutung reagieren Leber und Herz. Soll das Spenderorgan an derselben Stelle wie das zu ersetzende Organ eingesetzt werden, muss dieses vorher entfernt werden (z. B. bei Herztransplantation). In diesem Fall spricht man von einer orthotopen Transplantation. Wird das Spenderorgan an einer anderen Körperstelle eingesetzt (z. B. bei Nierentransplantation Einpflanzung der Spenderniere im Becken), spricht man von einer heterotopen Transplantation.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Medíkamente

 Wechselwirkungs-Check

Alle Krankheiten von A bis Z

Leicht verständliche Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie von über 700 Krankheiten – alphabetisch sortiert von A wie Allergie bis Z wie Zahnfleischentzündung  »

Experten-Sprechstunde

Kompaktes Expertenwissen in über 1000 Fragen und Antworten: Unsere aktuelle Rubrik "Experten-Sprechstunde" bietet Informationen aus erster Hand zu den Gesundheitsproblemen unserer Zeit »

Symptome

Suchen Sie hier nach Symptomen und ihren Ursachen alphabetisch von A bis Z. Beachten Sie bitte auch den Hinweis rechts »

Laborwerte

Von CRP über TSH bis PSA – hier können Sie nachlesen, was häufige Abkürzungen und Fremdwörter in Ihrem Laborbericht bedeuten »

Diagnose-Vefahren

EKG, CT, MRT: Was verbirgt sich hinter solchen Kürzeln? medizinische Untersuchungen einfach erklärt – von Röntgen bis Herzkatheter »

Therapien von A bis Z

Von Chemotherapie über Logopädie bis Akupunktur: Wichtige Behandlungsverfahren im Überblick »

Laborwerte

Von CRP über TSH bis PSA – hier können Sie nachlesen, was häufige Abkürzungen und Fremdwörter in Ihrem Laborbericht bedeuten »

Das Heilpflanzen-Lexikon

Hier finden Sie einen Überblick über wichtige Arzneipflanzen von A bis Z »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung