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Mal|assimilationssyndrom

durch verminderte Nährstoffausnutzung ausgelöster Beschwerdekomplex mit den Hauptsymptomen Durchfall und Gewichtsverlust.

Ursache: Das Malassimilationssyndrom kann zum einen auf einer unzureichenden Verdauung der Nahrung (Maldigestion) aufgrund von fehlenden Verdauungsenzymen beruhen. Zu einem Mangel an Verdauungssäften kommt es bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bauchspeicheldrüsen- oder Magenteilentfernung. Ein Mangel an Gallensäuren entsteht bei Galleabflussstörungen z. B. durch einen Gallengangsstein oder bei Erkrankungen der Leber. Auch Dünndarmerkrankungen können die normalerweise erfolgende Wiederaufnahme der Gallensäuren aus dem Dünndarm behindern, sodass diese vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden werden und nicht mehr für die Verdauung zur Verfügung stehen.

Zum anderen kann eine Aufnahmestörung der bereits gespaltenen Nährstoffe (Malabsorption) zu einem Malassimilationssyndrom führen. Die Malabsorption wird durch chronische Dünndarmerkrankungen, chronische Darminfektionen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Crohn-Krankheit), Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder Mangel an Darmenzymen hervorgerufen. Auch eine Teilentfernung des Dünndarms, Störungen der Darmdurchblutung oder Lymphabflusshindernisse durch bösartige Erkrankungen des Lymphsystems können der Grund für eine Aufnahmestörung sein.

Befund: Ein Malassimilationssyndrom äußert sich durch charakteristische Durchfälle (sog. Fettstuhl). Meist hat der Betroffene zwei- bis dreimal täglich Stuhlgang mit großen Stuhlmengen. Der Stuhl ist lehmartig, glänzend und riecht scharf. Die vermehrte Bildung von Darmgasen führt zu Blähungen. Es kommt zu Gewichtsverlust, Müdigkeit und Leistungsminderung aufgrund von Mangelerscheinungen durch den Verlust von Nährstoffen mit dem Stuhl (Vitaminmangelsyndrome, Verlust von Mineralstoffen, Eiweißmangel). Um ein Malassimilationssyndrom zu diagnostizieren sind oft umfangreiche Untersuchungen erforderlich, z. B. Sonografie und Computertomografie des Bauchraumes, Blut- und Stuhluntersuchungen sowie Magen-Darm-Spiegelungen mit Gewebeentnahme.

Behandlung: Es müssen Wasser- und Elektrolythaushalt reguliert, der bestehende Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ausgeglichen und die jeweilige Ursache behandelt werden.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010

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