entzündliche Reaktion der Haut auf unterschiedliche Reize. Etwa 5–10 % der Bevölkerung leiden unter einem Kontaktekzem, das allergische Kontaktekzem macht 20 % aller Berufskrankheiten aus. Die Therapie besteht bei allen Kontaktekzemen in der Meidung des Auslösers. Bei akuten Kontaktekzemen erfolgt die Lokaltherapie mit Glukokortikoiden, bei nässenden Hautveränderungen evtl. mit feuchten Umschlägen sowie nachts zusätzlich mit Zinkmixturen. Chronische Kontaktekzeme werden mit Kortisonsalben behandelt. Wichtig ist eine sorgfältige Hautpflege mit rückfettenden Salben. Kann der Auslöser gemieden werden, heilen akute Kontaktekzeme folgenlos ab. Ist eine Vermeidung nicht möglich, wird die Erkrankung chronisch und damit die Ausheilung verhindert. Um Kontaktekzemen vorzubeugen, sollte die Haut nicht zu sehr beansprucht werden, z. B. durch ständigen Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln. Sie sollte häufig mit einer fetten Salbe eingecremt werden.
Allergisches Kontaktekzem
Die akute oder chronische Hautentzündung entsteht nach Hautkontakt mit einer Allergie auslösenden Substanz. Die Reaktion tritt unabhängig von der Dosis oder Konzentration dieser Substanz und nur nach vorangegangener Sensibilisierung, d. h. bestehender Allergie, auf. Das akute allergische Kontaktekzem beginnt ungefähr 12–48 Std. nach dem Allergenkontakt mit einem Maximum der Hauterscheinungen nach 2 Tagen. Es zeigen sich Rötung, Schwellung und Bläschenbildung am Einwirkungsort des Allergens und auch einzelne Hautveränderungen außerhalb des Einwirkungsortes (Streuphänomen). Häufig besteht starker Juckreiz. Das chronische allergische Kontaktekzem entsteht direkt oder entwickelt sich aus einem akuten Kontaktekzem. Typisch sind eine verdickte, vergröberte, schuppende Haut und starker Juckreiz. Häufig finden sich auch Schrunden (Rhagaden) und entzündungsbedingte Pigmentverschiebungen. Die Hautveränderungen beim fotoallergischen Kontaktekzem (Fotoallergie), die nach Kontakt mit Substanzen entstehen, die bei Lichteinwirkung allergische Reaktionen hervorrufen, gleichen denen des akuten allergischen Kontaktekzems.
Häufige Auslöser akuter allergischer Kontaktekzeme sind Benzolverbindungen, Pflanzenallergene (Primeln, Chrysanthemen, Tulpen, Narzissen), ätherische Öle, Terpentinöl und Antibiotika, während chronische allergische Kontaktekzeme meist durch Nickel, Chromate und Gummi ausgelöst werden. Beim fotoallergischen Kontaktekzem kommen als Ursachen Medikamente, Lichtschutzfilter in Sonnenschutzmitteln und optische Aufheller (in Waschmitteln) in Betracht.
Toxisches Kontaktekzem
Das toxische Kontaktekzem ist eine Entzündung der Haut durch giftige (toxische) oder hautreizend wirkende Substanzen. Die Hautentzündung ist abhängig von der Dosis (Konzentration und Einwirkzeit) des auslösenden Stoffes. Die Hautveränderungen sind streng auf das Einwirkungsgebiet des Kontaktstoffes beschränkt. Als typischer Befund zeigen sich nach Min. bis Std. Hautveränderungen, die denen des chronischen allergischen Kontaktekzems gleichen. Beim fototoxischen Kontaktekzem tritt die Entzündung der Haut nach Kontakt mit lichtsensibilisierenden (fototoxischen) Substanzen und anschließender UV-Bestrahlung auf. Häufige Auslöser des toxischen Kontaktekzems sind Säuren, Laugen, Detergentien (Waschmittel) und Reinigungsmittel. Die Auslöser des fototoxischen Kontaktekzems sind Substanzen wie Furocumarine im Bergamottöl in Kosmetika (Berloque-Dermatitis) sowie verschiedene Wiesengräser (Wiesengräserdermatitis) oder Teer.
Oft weisen das Aussehen oder die Stelle des Auftretens auf die Ursache hin. Der Epikutantest, ein Pflastertest auf dem Rücken, dient der Ermittlung von Kontaktallergien. Bei Verdacht auf ein fotoallergisches oder fototoxisches Kontaktekzem wird beim Epikutantest das Testareal am Rücken anschließend noch mit UV-Licht bestrahlt (sog. belichteter Epikutantest).
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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