Oberbegriff für verschiedene diagnostische Methoden zur Beurteilung des Urins. Harnuntersuchungen werden als wichtiges Hilfsmittel zur Erkennung z. B. von Stoffwechselkrankheiten oder Erkrankungen der ableitenden Harnwege genutzt. Dabei wird der nach Möglichkeit als Mittelstrahlurin oder unter sterilen Bedingungen (z. B. aus einem Katheter) gewonnene Urin zunächst nach Aussehen und Geruch beurteilt. Zu den einfachen Untersuchungsmethoden gehört der Urin-Streifenschnelltest zum Nachweis von Leukozyten, Eiweiß, Blut, Nitrit und Glukose im Urin. Auf den Feldern des etwa fingerlangen Teststreifens sind trockene chemische Stoffe aufgebracht, die mit dem Urin reagieren und sich je nach Befund verfärben. Der Streifen wird kurz in den Urin eingetaucht, sodass alle Felder benetzt sind. Nach einer vom Hersteller angegebenen Wartezeit können die Testfelder mit der Farbskala auf dem Behälter verglichen werden. Auch die bakteriologische Untersuchung mittels Eintauchverfahren ist einfach durchzuführen.
Durch Zentrifugieren von Urin reichern sich die festen Bestandteile im Urinsediment an und werden mikroskopisch untersucht. Dabei können rote und weiße Blutkörperchen, Bakterien, Hefen, Kristalle, Schleimhautzellen der Harnblase oder normalerweise der Niere entstammende Harnzylinder sowie bei Männern gelegentlich Spermien gesehen werden. Normaler Urin ist sehr arm an festen Bestandteilen.
Mit den Methoden der Zytologie (Zellkunde) können abnorme Zellen (z. B. Krebszellen) identifiziert werden. Die Bestimmung des spezifischen Uringewichts gibt Hinweise auf die Funktion der Nieren und auf den Zustand des Wasser- und Salzhaushalts des Körpers (Uringewicht, spezifisches). Alle Untersuchungsergebnisse werden als Urinstatus zusammengefasst.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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