meist verletzungsbedingte, teilweise oder komplette Knochendurchtrennung im Bereich der Halswirbel (Wirbelbruch). Es besteht die Gefahr einer Mitverletzung des Hals-Rückenmarks mit Entwicklung einer Querschnittslähmung bis hin zur Atemlähmung. Als Densfraktur wird der Bruch des zapfenförmigen Fortsatzes des 2. Halswirbels (Dens axis) bezeichnet.
Ursache: Zu einem Halswirbelsäulenbruch kann es bei Überbeugung oder Überstreckung der Halswirbelsäule durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung kommen, evtl. auch als Folge einer Schleuderbewegung der Halswirbelsäule bei Auffahrunfällen (HWS-Schleudertrauma).
Befund: Brüche ohne Verschiebung der Bruchenden verursachen oft nur wenig Beschwerden. Meist leiden die Betroffenen jedoch unter Schmerzen und einem Instabilitätsgefühl im Nackenbereich, das durch Abstützen des Kopfes mit beiden Händen gelindert werden kann. Evtl. kommen bei einer Mitverletzung des Rückenmarks Lähmungen oder Gefühlsstörungen dazu. Klagt ein Verletzter über Nackenschmerzen, muss immer an einen Halswirbelsäulenbruch gedacht werden.
Behandlung: Unnötige Bewegungen müssen unbedingt vermieden werden, der Kopf sollte unter gleichmäßigem Zug in leichter Rückwärtsbeugung gehalten und der Verletzte möglichst in Rückenlage gebracht werden. Zum Transport wird eine Halsstütze angelegt. Die weitere Behandlung in der Klinik erfolgt je nach Art des Bruches. Eine einfache Ruhigstellung kann mit einem Gipsverband, einer Crutchfield-Extension oder durch einen Halo-Fixateur erfolgen. Bei instabilen Brüchen oder Beteiligung des Halsmarkes wird eine Operation mit Entlastung des Rückenmarks und Stabilisierung des Bruches durch eine Osteosynthese durchgeführt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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