Krankheitsbild mit unzureichendem Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmutter nach dem Ausstoßen der Nachgeburt.
Ursache: Zu einer Gebärmutteratonie kommt es durch eine Schwäche und/oder Überdehnung der Gebärmuttermuskulatur, z. B. bei voller Harnblase, nach Mehrlingsschwangerschaft oder einer Zangengeburt. Auch ein Gebärmutterriss oder in der Gebärmutter zurückgebliebene Reste der Nachgeburt können eine Kontraktion der Muskulatur verhindern.
Befund: Die Hebamme erkennt eine Gebärmutteratonie an starken Blutungen aus der Scheide oder – wenn die Blutung in die Gebärmutter hinein erfolgt – an einer Vergrößerung der Gebärmutter. Durch den Blutverlust kann sich ein Kreislaufversagen entwickeln.
Behandlung: Als Sofortmaßnahme versucht der Geburtshelfer, die Blutung mit dem Fritsch-Handgriff zum Stehen zu bringen. Mit Medikamenten werden die Kontraktionen der Gebärmutter gefördert. Wird die Blutung dadurch nicht gestillt, kann eine operative Blutstillung oder in seltenen Fällen eine Entfernung der Gebärmutter erforderlich sein.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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