Sommerzeit ist Mückenzeit. Wollen wir den lauen Sommerabend auf der Terrasse verbringen oder nachts die Fenster öffnen, plagen uns sofort Moskitos. Doch mit ein paar Tipps können Sie bewirken, dass sich die kleinen Insekten weniger von Ihnen angezogen fühlen:
Herr Allwang, wie schützt man sich am besten vor Mückenstichen?
Zur Vorbeugung sollten Sie immer mehrere Methoden kombinieren: Erstens stechen Mücken vor allem in der Abenddämmerung. Da Schweiß Geruchsstoffe enthält, welche die Mücken anlocken, sollten Sie am frühen Abend duschen. Zweitens sollten Sie bevorzugt helle Kleider tragen. Denn laut Experten steuern Moskitos eher dunkle Kleidung an. Drittens: Bringen Sie am Schlafzimmerfenster ein engmaschiges Fliegengitter an, damit wenigstens die Nacht ruhig verläuft. Zusätzlich empfehlen sich Mückenabwehrmittel, sogenannte Repellents – zumindest für den abendlichen Aufenthalt im Freien oder ganztags, wenn Sie in tropische Regionen fahren.
Übrigens: Was Mücken entgegen älteren Behauptungen kaum anlockt, ist Licht. Lesen Sie abends gerne oder haben die Lampen trotz offener Balkontür an, werden Sie nicht mehr zerstochen als jemand, der im Dunkeln sitzt.
Wie wirken chemische Repellents?
Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht genau bekannt. Aber die Mittel verändern wohl unseren Eigengeruch und verhindern dadurch, dass die Stechmücken auf der Haut landen, beziehungsweise vertreiben sie sofort wieder.
Wie lange hält die Wirkung an?
Das ist unterschiedlich. Die Wirkdauer hängt unter anderem davon ab, wie sehr Sie schwitzen und welches Präparat Sie benutzen. Alle vier bis acht Stunden sollten Sie Repellentien jedoch erneut auftragen. Wichtig ist, dass Sie solche Mittel möglichst lückenlos auf die Haut reiben. Beachten Sie zudem die Anwendungsbeschränkungen! Manche Stoffe eignen sich nicht für Babys und Kleinkinder, andere dürfen bei Kindern nicht großflächig aufgetragen werden.
Gibt es Alternativen zu chemischen Anti-Mücken-Mitteln? Zum Beispiel ätherische Öle?
Ja, die gibt es schon. Nur schneiden ätherische Öle in Tests eigentlich immer schlechter ab als synthetische Repellents. Außerdem haben sie auch Nachteile. Die Haut mancher Menschen reagiert empfindlich auf ätherische Öle, sie bekommen Allergien. Viele ätherische Öle machen außerdem die Haut sonnenempfindlicher, was im Urlaub unerfreulich werden kann. Und der für eine Wirkung erforderliche intensive Geruch stört auch manchen. Insgesamt sind Repellents eines der wenigen Beispiele dafür, bei denen das synthetische Produkt der Natur überlegen ist.
Können Moskitos auch Krankheiten übertragen?
In unseren Breiten übertragen Mücken nach derzeitigem Wissensstand keine Krankheiten. Im Zuge des Klimawandels könnte sich das jedoch ändern. So haben Forscher bereits einige als Krankheitsüberträger bekannte Mückenarten wie die Tigermücke in Deutschland nachgewiesen. Im Urlaub sieht die Sache anders aus: In Süditalien, ebenso wie in Nordeuropa, können Moskitos beispielsweise Krankheiten übertragen. Aus tropischen Ländern ist dies bekannt. In Afrika oder Südostasien etwa können die Blutsauger Malaria oder Dengue-Fieber übertragen.
Wichtig: Kratzen Sie nicht an dem Stich herum. Dann kann sich die Stelle entzünden und infizieren!
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
06.08.2009, aktualisiert am 09.02.2012
Bildnachweis: W&B/Christoph Vohler, Fotolia/Sergejs Nescereckis/2009
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