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So können Sie Narben behandeln

Im Gesicht, an Händen oder Dekolleté stören Narben besonders. Spezielle Gels und Salben können unschönen Stellen vorbeugen


Narbencremes können die verletzte Haut weicher machen und sie schneller heilen lassen

Im Sommer leuchten Narben in blassem Weiß, während sich die übrige Haut angenehm braun färbt. Bei einem Wetterumschwung können sie zwacken. Befinden sie sich an Gelenken, spannt die Haut oft bei jeder Bewegung. Kurz: Narben stören. Dabei stellen sie das Endprodukt eines ausgeklügelten Prozesses dar, der Wundheilung.

Kleine Wunden bedeuten meist auch kleine Narben. Ein heller Fleck auf der Haut, weiter nichts. Tiefere Wunden, zum Beispiel nach einer Operation, führen aber nicht selten zu schrumpeligen, harten Gebilden. Narben erscheinen heller, da in dem neu gebildeten Gewebe meist die Pigmentzellen der Haut fehlen. Die unschönen Stellen wirken glatt, da im Narbengewebe keine Härchen mehr wachsen. Die Haut spannt, da sie weniger dehnbar ist.


Zieht sich die Haut nach innen und bildet eine Delle, sprechen Mediziner von atrophen Narben. Wächst nach der Wundheilung zu viel Bindegewebe nach, wölbt sich die Haut nach außen. Diese hypertrophen Narben jucken oft unangenehm und sind rot gefärbt. Wuchert das Bindegewebe über die eigentliche Narbe hinaus, sieht es knotig und wulstig aus, handelt es sich um ein Keloid. Je exponierter die Hautpartie gegenüber Bewegungen und Umwelteinflüssen, – also zum Beispiel an Schultern, Gesicht, Gelenken – desto eher entwickelt sich eine hässliche Narbe.

Eine Narbe verschwindet nicht mehr, auch bei noch so feinfühliger Pflege. Doch lässt sich wenigstens die Regeneration der Haut unterstützen. „So wie die Wunde zugeheilt ist, sollten Sie mit dem Eincremen anfangen“, empfiehlt Dr. Hans-Georg Dauer, Hautarzt aus Köln.

Bei kleinen Kratzern reicht es aus, wenn Sie ein paar Tage eine Creme mit Dexpanthenol oder Ringelblumenextrakt auftragen. Für größere Schnittwunden oder Verletzungen empfehlen Ärzte oft ein sogenanntes Narbenspezifikum. Diese Präparate enthalten spezielle Wirkstoffe, die die Narbenbildung günstig beeinflussen sollen.

Zwiebelextrakt – in Form einer Creme – tötet Keime ab und soll verhindern, dass die Narbe knubbelig wird. Allantoin, ein Pflanzeninhaltsstoff, vermindert Juckreiz und lässt die Wunde schneller verheilen. Feuchtigkeitsspender wie Harnstoff sollen die Narbe elastischer machen. Silikon verhindert offenbar, als Gel oder aufgeklebte Folie, dass in der verheilten Wunde zu viel Bindegewebe nachwächst. Damit soll es hypertrophen Narben und Keloiden vorbeugen.

„Ich rate meinen Patienten eigentlich immer zu einem Narbenspezifikum, damit die Narbe später nicht doch noch Probleme bereitet“, sagt Dauer. „Allerdings müssen die Salben oder Gels etwa neun bis zwölf Wochen aufgetragen werden, und zwar täglich“, merkt der Dermatologe an.

Dr. Jörg Ansorg, Geschäftsführer des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen, sieht Narbensalben dagegen kritisch. „Diese Mittel lassen Narben nicht verschwinden und können sie auch nicht wirklich schöner machen“, sagt der Chirurg. Wie eine Narbe letztendlich aussehe, hänge vor allem davon ab, wie die Wunde versorgt wurde und die Heilung verlaufen sei.

Ob die Mittel tatsächlich bewirken, dass Narben flacher und unscheinbarer aussehen, darüber sind sich Ärzte also uneins. Patienten lassen sich am besten beim Arzt oder in der Apotheke über Vor- und Nachteile beraten. Jedenfalls kann eine pflegende Creme dem eher trockenen Narbengewebe Feuchtigkeit liefern und die Haut geschmeidiger machen.

Übrigens: Schuld daran, dass Narben bei einem Wetterwechsel zwacken, sind meist Nervenfasern in der Haut. Werden Sie von den nachgewachsenen Bindegewebsfasern eingequetscht oder verlaufen anders, können sie hin und wieder ein Schmerzsignal auslösen. An neue Wetterverhältnisse kann sich der Körper nicht immer schnell genug anpassen, er reagiert empfindlich. Bei wetterempfindlichen Menschen kann dadurch auch eine Narbe schmerzen.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 11.02.2010, aktualisiert am 21.10.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD

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