Die „Tage“ sind normalerweise kein Grund für eine Frau, sich besonders zu schonen oder zurückzuziehen. Meistens kann sie auch während der Periode körperlich und sportlich aktiv sein. Moderne Monatsbinden und Tampons ermöglichen es, sich unbefangen zu bewegen. Wichtig ist es, Binden und Tampons mehrmals täglich zu wechseln und auf die richtige Intimpflege zu achten.
Um das Scheidenmilieu nicht zu reizen, genügt es, den äußeren Genitalbereich mit warmem Wasser zu waschen. Auch auf Geschlechtsverkehr muss eine Frau, die ihre Tage hat, nicht verzichten, es sei denn, sie und ihr Partner fühlten sich durch die Blutungen gestört oder einer von ihnen hätte eine Reizung oder Infektion an den Geschlechtsorganen. Denn in dieser Zeit können Krankheitserreger leichter von außen durch die Scheide in die Gebärmutter gelangen.
Kommt es zu Blutungen außerhalb der Regel, sollte eine Frau immer zu ihrem Frauenarzt gehen. Die Therapie zielt dann auf die jeweilige Ursache ab. Die Ärzte behandeln je nachdem, ob eine organische oder hormonelle Ursache vorliegt, mit Medikamenten, Hormonpräparaten oder chirurgische Maßnahmen. Häufig werden auch operative Eingriffe mit Hormontherapien kombiniert.
Mögliche Infektionen mit Bakterien oder Pilzen können meist mit Medikamenten wie Antibiotika oder Antimykotika (Mittel gegen Pilze) ausheilen. Kleine Wucherungen, Myome oder Polypen entfernt der Frauenarzt in der Regel in einem chirurgischen Eingriff. Das gilt auch für bösartige Tumoren, die je nach Stadium und Krebsart durch Operationen, Strahlentherapie und gegebenenfalls Chemotherapie behandelt werden. Ist eine Spirale Ursache für die Blutungen, wird der Arzt sie gegebenenfalls herausnehmen.
Da einer der Hauptübertragungswege für krankmachende Keime ungeschützter Geschlechtsverkehr ist, sollten Frauen mit wechselnden Partnern auf der Verwendung von Kondomen bestehen.
Die Psyche übt einen wesentlichen Einfluss auf das Wechselspiel der Geschlechtshormone aus. Ihr Gleichgewicht wird durch Ungleichgewichte in anderen Hormonregelkreisen oft empfindlich gestört. Zu viele Stresshormone, zu wenig positive Stimmungshormone etwa können sich auch auf den Menstruationszyklus und damit verbundene Beschwerden auswirken. Unabhängig von der Ursache ihrer Blutungsstörungen hilft es vielen Frauen schon, im Alltag für mehr Entspannungsphasen zu sorgen, Sport zu treiben und sich gesund zu ernähren. Dazu gehört es auch, nicht zu rauchen und möglichst auf Alkohol zu verzichten.
Bei stärkeren seelischen Belastungen und ernsteren Erkrankungen kann es sinnvoll sein, unterstützend zur ärztlichen Behandlung gezielt Entspannungstherapien und andere Körpertherapien anzuwenden und sich gegebenenfalls psychotherapeutisch beraten zu lassen.
Quellen für den Symptome-Beitrag Blutungen außerhalb der Regel, Zwischenblutungen:
Breckwoldt, Kaufmann, Pfeiderer: Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme 2008; Diedrich e.a. Gynäkologie und Geburtshilfe, Springer 2000; Ärztliche Praxis, zertifizierte Fortbildung: Zyklusstörungen; health.nih.gov/topic/SexuallyTransmittedDiseases/WomensHealth; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zu HPV-Infektion und präinvasiver Läsion der weiblichen Genitale; Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zu Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinoms
Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff
Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de;
08.06.2009, aktualisiert am 04.04.2012
Bildnachweis: BananaStock/ RYF
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