Ob Wassermelone oder Zuckermelone: Sie kommen aus subtropischen Gebieten und gehören zur Familie der Kürbisse. Obwohl sie so süß schmecken, zählen sie damit streng genommen nicht zum Obst, sondern zum Gemüse. Allein von der Wassermelone kennen Experten wie der Ernährungswissenschaftler Harald Seitz vom aid infodienst in Bonn bis zu 150 verschiedene Sorten. Bei den Zuckermelonen, zu denen auch die Honig- und die Galiamelone gehören, sind es sogar mehr als 500. Dabei unterscheiden sich nicht nur die beiden Arten der Wasser- und Zuckermelonen in Geschmack, Farbe und Aussehen. Auch die Untersorten sind kaum miteinander zu verwechseln und haben unterschiedliche Inhaltsstoffe (siehe Bildergalerie unten).
Wie gesund sind Melonen?
Zwar sind Melonen keine großen Vitaminträger, aber sie haben andere Vorzüge: Gut gekühlt löscht vor allem die Wassermelone den größten Durst. Kein Wunder, denn die grüne Riesenkugel besteht zu mehr als 90 Prozent aus Wasser. Mit weniger als 40 kcal und nur 0,2 Gramm Fett pro 100 Gramm Melone ist sie außerdem eine leichte und gesunde Zwischenmahlzeit. Weil sie dabei optimal den Magen füllt, eignet sie sich hervorragend zum Abnehmen. Die übrigen zehn Prozent, die nicht aus Wasser bestehen, sind auch nicht ohne: Ihr Anteil an Vitamin A und C, sowie Kalium und Beta-Carotin tut Augen, Haut und Haaren gut.
Die Zuckermelone hat einen etwas niedrigeren Wassergehalt als die Wassermelone, die nicht ohne Grund so heißt. Dafür besitzt sie umso mehr Kalium und Beta-Carotin. Die Honigmelone weist beispielsweise doppelt so viel Kalium auf, der Gehalt an Beta-Carotin ist sogar 20 Mal so hoch und damit gleich auf mit Spinat. „Kalium ist wichtig für die Regulation des Zellwachstums und des Blutdrucks, aber auch für die Nerven und Muskeln. Beta-Carotin wird eine krebshemmende Wirkung nachgesagt, außerdem schützt es die Zellen“, erklärt Experte Seitz.
Woran lässt sich eine reife Melone erkennen?
Richtig aromatisch schmeckt das Fleisch der Wassermelone, wenn beim Klopfen auf die Schale ein tiefer und dumpfer Klang ertönt. Dieser Ton entsteht durch den hohen Wassergehalt. Je höher der Wassergehalt, desto dumpfer der Klang und desto reifer die Frucht. Klingt die Frucht beim Testen hingegen eher metallisch hell, lassen Sie sie lieber im Obstregal. Die Reife der Zuckermelone zeigt sich außerdem an zwei anderen Merkmalen: „Eine reife Melone riecht süßlich. Und wenn Sie auf das Stielende drücken, muss dieses leicht federnd nachgeben“, erklärt Ernährungswissenschaftler Seitz.
Wie lange sind Melonen haltbar, und wie sollten sie aufbewahrt werden?
Grundsätzlich sollten aufgeschnittene Melonen so schnell verbraucht werden wie möglich. „Im Kühlschrank halten sie sich zwar mehrere Tage, allerdings verlieren sie schnell ihren Geschmack und nehmen wegen ihrem hohen Wassergehalt das Aroma anderer Lebensmitteln an“, warnt Harald Seitz. Eine Klarsichtfolie hilft weiter: Gut verpackt bleibt das Aroma im Kühlschrank für einige Tage erhalten. Ist die Melone bereits verdorben, zeigt sich das bei Honigmelonen am säuerlichen Geschmack. Das Fruchtfleisch der Wassermelone wird dagegen leicht körnig. Weist die Melone bereits Schimmel auf, sollten Sie sie auf jeden Fall entsorgen. Wegen des enorm hohen Wassergehalts durchdringt der Schimmel sehr schnell die ganze Frucht.
Beliebte Melonen im Überblick
Wassermelone
Merkmale: Die Wassermelone stammt aus Afrika, Asien und Südeuropa und ist besonders in der heißen Jahreszeit als kühle Erfrischung sehr beliebt. Ihre grüne Schale ist ein bis vier Zentimeter dick, das Fruchtfleisch meist rot.
Inhaltsstoffe: Sie besteht zu mehr als 90 Prozent aus Wasser, enthält aber auch die Vitamine A und C. Außerdem rund 160 Milligramm Kalium und 245 Mikrogramm Beta-Carotin pro 100 Gramm Melone. Ihr Fettgehalt liegt bei 0,2 Gramm und ihr Brennwert bei 30 bis 40 Kilokalorien pro 100 Gramm Melone. Die rote Farbe erhält die Wassermelone durch den natürlichen Farbstoff Lycopin, der auch als antioxidativer Radikalfänger wirkt und damit den Alterungsprozess verlangsamen und das Immunsystem stärken soll.
Tipps: Die Kürbisfrucht passt perfekt zu Obstsalaten oder in einen frischen grünen Salat.
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Honigmelone
Merkmale: Die Honigmelone stammt aus Spanien, Lateinamerika oder Israel und gehört zu den Zuckermelonen. Sie ist leicht an ihrer leuchtend gelben Farbe und ihrem süßen, honigartigen Geschmack und Geruch erkennbar. Im Gegensatz zur Wassermelone befinden sich die Kerne in der Mitte der Kürbisfrucht.
Inhaltsstoffe: Sie besteht zu 85 Prozent aus Wasser. Der Gehalt an Vitamin A ist bei 100 Gramm mit 33 Milligramm rund zehn Mal höher als bei der Wassermelone, der Kaliumgehalt mit 330 Milligramm doppelt so hoch und das Beta-Carotin mit 4670 Mikrogramm sogar etwa 20 Mal so hoch. Der Brennwert der Honigmelone liegt zwischen 50 und 60 Kilokalorien pro 100 Gramm.
Tipps: Die Honigmelone gilt als Delikatesse zusammen mit Parma- oder Serranoschinken. Sehr beliebt ist sie auch im Obstsalat oder Frühstücksmüsli.
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Galiamelone
Merkmale: Die Galiamelone kommt aus Spanien, Italien, Israel und Südafrika und zählt zu den Netzmelonen. Sie hat eine gelbe, raue Oberfläche mit netzartiger Struktur und ist das ganze Jahr über erhältlich. Ihr Geschmack ist bei voller Reife sehr süß und aromatisch.
Inhaltsstoffe: Mit nur 24 Kilokalorien pro 100 Gramm ist sie die kalorienärmste Melone. Ihr Kaliumgehalt ist mit 297 Milligramm vergleichbar mit der Honigmelone, allerdings sind die Vitamine B, C und E im Vergleich zu den hier vorgestellten Melonen am schwächsten vertreten. Eine süße Nascherei also, die aber nicht stark ins Gewicht fällt.
Tipps: Die Galiamelone eignet sich hervorragend zu einem frischen Sommersalat oder als Beilage zu Käse oder Schinken.
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Cantaloupemelone
Merkmale: Die Cantaloupemelone, auch als Warzenmelone bezeichnet oder einfach nur Cantaloupe, stammt aus Italien und gehört zu den Zuckermelonen. Botanisch gesehen ist sie den Gurken zuzuordnen. Die Melonensorte wurde nach ihrem Herkunftsort Cantalupo in Sabina in der Nähe von Rom benannt. Ihre Frucht zeichnet sich durch orangefarbenes Fleisch aus, die Schale ist beigefarbene bis hell-braun.
Inhaltsstoffe: Vor allem orangefleischige Zuckermelonen weisen einen sehr hohen Gehalt an Vitamin A auf, das als "Schönheitsvitamin" gilt, weil es Knochen, Zähne, Haut, Augen, Haare und Nägel kräftigen soll. Der Brennwert der Cantaloupe ist mit rund 35 Kilokalorien pro 100 Gramm nahezu gleichauf mit der Wassermelone.
Tipps: Die Cantaloupemelone passt zu Rucola und Lachsschinken oder zu Gurkensalat. Mit Eierlikör und Frischkäse kann man auch eine delikate Nachspeise aus ihr kreieren.
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Futuromelone
Merkmale: Die Futuromelone wird auch Piel de Sapo genannt. Sie zählt zu den beliebtesten Melonen Spaniens und könnte als Schwester der Honigmelone bezeichnet werden. Sie gehört in die Gruppe der Zuckermelonen und zeichnet sich durch ihr weißlich-hellgrünes Fruchtfleisch aus. Sie schmeckt sehr aromatisch, aber nicht so süß wie etwa die Galia Melone. Die Schale der Futuromelone ist hellgrün-gesprenkelt und in Längsrichtung gezeichnet.
Inhaltsstoffe: Der Brennwert der Futuromelone liegt bei 44 Kilokalorien pro 100 Gramm Melone. Ihr hoher Vitamin-C-Gehalt unterstützt die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung ins Blut. Der Anteil an Kalium fördert die Funktionsfähigkeit der Nerven und Muskeln.
Tipps: Gekühlt ist die Melone pur, zu Schinken oder zu Rauchfleisch ein echter Genuss. Frisch gemahlener Pfeffer unterstreicht ihren Eigengeschmack. Sie im eigenen Garten anzubauen, ist durchaus einen Versuch wert!
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Bastian Fersch / www.apotheken-umschau.de;
17.08.2011, aktualisiert am 18.08.2011
Bildnachweis: W&B/Brigitte Sporrer, Thinkstock/iStockphoto, Panthermedia/Andre B.
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