"Korn Bier Schnaps und Wein – und wir hören unsere Leber schreien...", warnt schon Otto Walkes in einem Lied
Dem Alkohol, des Deutschen liebster legaler Droge, werden oft und gerne positive Eigenschaften und Auswirkungen nachgesagt. Fakt ist: für einen gesunden Lebenswandel ist er völlig verzichtbar.
Als Alkohol bezeichnet der Volksmund die chemische Verbindung Ethanol. Hierbei handelt es sich rein biologisch gesehen um ein Nervengift. Die Auswirkungen eines übermäßigen Konsums sind gut bekannt. Es treten Schwindel, Konzentrations- und Sprachstörungen auf. Außerdem kann es zu Gedächtnisverlust, Übelkeit und Erbrechen kommen. Der regelmäßige Konsum kann in eine Abhängigkeit führen. Eine Überdosis sogar zum Tode.
Aber auch die Langzeitschäden sind nicht zu vernachlässigen. Das Risiko für viele Krebserkrankungen steigt durch Alkoholgenuss deutlich an. Bei Frauen betrifft das vor allem Brustkrebs. Die Leber leidet ebenfalls, sie muss den giftigen Alkohol abbauen. Den positiven Ruf verdankt der Ethanol vielen, nicht repräsentativen Studien und seiner Eigenschaft unter ganz bestimmten Bedingungen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen.
Das gilt aber nur für ein sowieso schon gesteigertes Risiko. Das ist bei Männern ab 55 Jahren, bei Frauen erst ab 65 Jahren der Fall. Und nur für einen akribisch genauen Dosierungsplan. Pro Tag darf sie nicht mehr als 20 Gramm und er maximal 30 Gramm reinen Alkohol zu sich nehmen. Und jede geringste Abweichung macht den Effekt gleich zunichte. Also einen Tag nichts trinken, dafür am nächsten mehr gilt nicht!
Studienergebnisse haben moderate Trinker oft als die gesündesten Menschen titulieren. Das rührt aber daher, dass diese Gruppe meist sowieso sehr gesundheitsbewußt lebt. Oft treiben diese Menschen Sport, sie rauchen nicht, essen gesund und trinken dazu nur wenig Alkohol. Andere Hochrechnungen schlossen trockene Alkoholiker und alte Menschen mit ein. Erstere erfreuen sich aufgrund ihrer Vergangenheit oft nicht der besten Konstitution. Letztere trinken auch oft keinen Alkohol, bilden aber von Natur aus die Gruppe der herzgefährdeten Patienten. Ein Studienergebnis lässt sich also leicht durch die Auswahl der Probanden beeinflussen.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
25.06.2009, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
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