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Sommerhitze: Wie kühle ich am besten ab?

Für diese Woche ist Sommer und Sonne angekündigt, dann suchen wieder alle nach Abkühlung. Doch Vorsicht! Zuviel Abkühlung hat nicht nur positive Seiten. Worauf Sie bei der Erfrischung achten sollten


Aaah, das tut gut ... ein Ventilator verschafft Abhilfe in heißen Büroräumen

Bei sommerlicher Hitze kommt uns jedes Mittel zur Erfrischung gerade recht: Ob das der Sprung in den Badesee ist, der kühle Luftstrom aus dem Ventilator oder die kalten Getränke aus dem Eisfach. Doch weniger ist manchmal mehr: Zu große Temperaturunterschiede setzen dem Körper zu. Dann kann die heiß ersehnte Abkühlung sogar negative Folgen für die Gesundheit haben.

  • Schädliche Zugluft

„Haaatschi!“ Ein Schnupfen mitten im Sommer – wie konnte das nur passieren? Erkältungen und Grippeerkrankungen sind zur heißen Jahreszeit gar nicht so selten. Oft sind Klimaanlagen und Ventilatoren die Ursache dafür.


Betritt man von draußen einen stark klimatisierten Raum, kühlt der Körper aufgrund des großen Temperaturunterschieds innerhalb kurzer Zeit stark ab. Das macht das Immunsystem anfälliger für Krankheitserreger. Gerade wer zuvor stark geschwitzt hat, kann so leicht unterkühlen. „Zudem trocknet die Luft aus Klimaanlagen die Schleimhäute in der Nase aus“, erklärt Professor Ulrike Protzer vom Institut für Virologie an der Technischen Universität München. Auch das erhöht das Risiko von Infektionen.

  • Das Immunsystem schützen

Einfache Vorsichtsmaßnahmen helfen dagegen. Zum einen sollten Sie Klimaanlagen nicht auf zu niedrige Temperaturen einstellen und bei Ventilatoren besser nicht direkt im Luftstrom sitzen. Geeignete Kleidung schützt ebenfalls vor Sommererkältungen. Ziehen Sie sich in stark gekühlten Räumen gegebenenfalls eine Schicht zusätzlich an. Sport, Vitamine und ausreichend Flüssigkeitszufuhr helfen, die Immunabwehr zu stärken.

Die regelmäßige Wartung von Klimaanlagen ist ebenfalls wichtig. „Ansonsten können sie verkeimen“, warnt Protzer. Über den Luftstrom verteilen sich die Erreger dann wie von selbst. Deshalb gehören die Geräte von Zeit zu Zeit gereinigt und desinfiziert.

  • Sprung ins kalte Wasser

Auch beim Baden in Seen und Flüssen gilt es, große Temperaturunterschiede zu vermeiden. Deshalb besser nicht vom Steg direkt in das Wasser springen, ohne vorher die Wassertemperatur zu prüfen. Sonst besteht die Gefahr, dass der Körper durch die plötzliche Kälte schnell auskühlt und die Muskeln verkrampfen. Solche Situationen können sogar lebensgefährlich werden: „Im schlimmsten Fall droht ein Kreislaufkollaps oder ein Kälteschock. Der Schwimmer verliert dann die Kontrolle über den Körper und ertrinkt“, warnt Henning Bock von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Geben Sie Ihrem Körper daher Zeit, sich an die Kälte zu gewöhnen. Gehen Sie besser langsam ins Wasser. Achten Sie auch beim Schwimmen auf Warnsignale Ihres Körpers und steigen Sie rechtzeitig aus dem Wasser, bevor Sie zu stark auskühlen.

  • Kalt duschen

Nicht nur ein Badesee, auch eine kalte Dusche kann den Körper bei Hitze eine wohlverdiente Abkühlung bereiten. Eine Möglichkeit, von der viele ausgiebig Gebrauch machen – oft zweimal täglich. Zu oft?

„Bei normale Haut stellt das in der Regel kein Problem dar“, erklärt Dr. Simone Treichel vom Dermatologikum Hamburg. Anders sieht das für Menschen aus, die zu trockener Haut neigen. Sie sollten bei mehrmals täglichen Duschen besser auf Seife verzichten und den Körper anschließend eincremen. Eine sinnvolle Alternative ist  auch, sich nur an den vom Schweiß besonders betroffenen Stellen abzuwaschen, etwa unter den Achseln.

  • Gekühlte Getränke

Bei großer Hitze ist genug trinken wichtig, um den durch Schwitzen bedingten Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Stark gekühlte Getränke sind dazu allerdings nur bedingt geeignet. Der Körper muss zusätzliche Energie aufbringen, um sie zu erwärmen. Das kann zu vermehrtem Schweißausstoß führen. Auch mancher Magen verträgt zu kalte Flüssigkeiten nur schlecht.

Wie der Körper reagiert, ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Pauschal abraten kann man von kalten Getränken also nicht. „Beim Trinken muss jeder selbst die Temperatur finden, die ihn am Besten erfrischt“, sagt die Oecotrophologin Anja Krumbe.



Stephan Soutschek / www.apotheken-umschau.de; 01.08.2011, aktualisiert am 27.10.2011
Bildnachweis: Strandperle/Robert Daly

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