In einer jüngsten Studie wurden bei Rückkehrern aus fernen Urlaubsländern, darunter eben Indien und Südamerika, folgende Durchfallauslöser gefunden: Bakterien des Typs enterotoxische Escherichia coli (abgekürzt ETEC) 40 Prozent, unbekannte Keime 20 Prozent, Shigellen 15 Prozent, Viren 10 Prozent, Amöben und Giardia lamblia 5 Prozent, Salmonellen 5 Prozent, Campylobacter 5 Prozent.
Der Reisedurchfall (Reisediarrhö) tritt häufig in den ersten vier bis sechs Tagen nach Reiseantritt auf. In Verbindung mit der Aufnahme nicht “einwandfreier” Nahrung kommt es typischerweise zu Bauchschmerzen und heftigen Durchfällen, die innerhalb weniger Tage in der Regel von selbst verschwinden. Die wichtigste und lebensrettende Maßnahme ist der Ersatz der über den Darm verloren gegangenen Flüssigkeit, nach Möglichkeit durch Trinken von viel Mineralwasser oder Tee. Dies ist besonders bei Kindern und älteren Menschen sehr wichtig, da ihr Flüssigkeitshaushalt schnell aus dem Gleichgewicht gerät. In ausgeprägten Fällen muss Flüssigkeit über die Blutbahn, über eine Vene, zugeführt werden. Auch der Ausgleich der Blutsalze ist oft notwendig. Zu diesem Zweck gibt es sogenannte Elektrolytersatzlösungen in Apotheken. Bei sehr starkem Durchfall könnte beispielsweise auch eine Salmonelleninfektion vorliegen. Ist das Krankheitsbild hoch akut, ausreichende medizinische Versorgung aber nicht verfügbar, so wird die Einnahme eines Antibiotikums vom Typ Ciprofloxacin oder Cotrimoxazol ohne vorherige Erregertestung (sogenannte ungezielte Einnahme) nach ärztlicher Rücksprache empfohlen. In Indien sind allerdings einige Erreger gegen Ciprofloxacin offenbar bereits resistent.
Prof. Dr. med. J. F. Riemann
Ehem. Direktor der Med. Klinik C
Klinikum der Stadt Ludwigshafen gGmbH
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17.10.2007, aktualisiert am 26.06.2010
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