banner.jpg
  • Apothekerin Sandra Dietrich-Siebert
  • Bahnhofstr. 30
  • 59929 Brilon
  • Telefon: (02961) 966100
  • Fax: (02961) 9661030
Anmelden | Registrieren
Drucken

Blut am After / aus dem Darm
Diagnose; Krebsfrüherkennung

Bei einer Blutung aus dem Darm („peranal“) geht es vorrangig darum, die Blutungsquelle zu finden. Nur so ist eine gezielte Behandlung möglich


Die körperliche Untersuchung ist oft schon die halbe Diagnose

Bei leichten Blutungen ist genügend Zeit für die Diagnostik. Bei einer akuten, womöglich lebensbedrohlichen Blutung entscheidet der Gesundheitszustand des Betroffenen darüber, wie weit Untersuchungen überhaupt möglich sind. Manchmal genügt die konservative Behandung in der Klinik, manchmal kann aber auch eine Notfalloperation nötig sein.

Das muss der Arzt wissen


Ist von Blut am Darmausgang die Rede, so ist wichtig zu wissen, ob es hell- oder dunkelrot ist, wie stark die Blutung ist, ob das Blut auf dem Stuhl aufgelagert ist, von Schleim und Eiterabsonderungen begleitet wird, ob es ständig Spuren hinterlässt oder nur gelegentlich auftritt. Außerdem fragt der Arzt nach den Stuhlgepflogenheiten und ob hier möglicherweise Veränderungen bemerkt werden, zum Beispiel eine bislang ungewohnte Verstopfung oder Durchfall und Verstopfung im Wechsel. Er erkundigt sich nach dem Gebrauch von Abführmitten und ob der Stuhlgang schmerzhaft ist. Auch das Gefühl unvollständiger Entleerung, Beschwerden wie Blähungen, Völle- oder Fremdkörpergefühl, Bauchschmerzen, und allgemeine Beeinträchtigungen wie Müdigkeit, Schwäche, Blässe oder ungewollter deutlicher Gewichtsverlust sind wichtige Hinweise. Sehr wichtig zu wissen: Nimmt der oder die Betroffene ein sogenanntes blutverdünnendes Mittel ein, das die Blutgerinnung herabsetzt? Denn dies kann unter Umständen ebenfalls das Risiko einer Darmblutung erhöhen.


Den Darm im Blick: Untersuchungstechniken

Liegt die Ursache im Bereich des Analkanals, stellt der Arzt die Diagnose oft schon anhand der Angaben des Patienten sowie durch Anschauen und Tasten. Insbesondere überprüft der Arzt den After auf äußerlich erkennbare Blutungsquellen: Verletzungszeichen, Risse, Schwellungen, Entzündungen, Knoten, Gang- oder Fistelöffnungen, Hämorriden, nach außen verlagertes Darmgewebe. Austasten des Enddarms ist ebenfalls fester Bestandteil der Untersuchung. Beim Mann wird dabei auch ein Teil der Prostata erfasst. Führt ein Gynäkologe die Untersuchung bei der Frau durch, erfühlt er anteilig die inneren Geschlechtsorgane. Dabei tastet er mit der anderen Hand den Bauch ab. Bei Verdacht auf vorgefallene Hämorriden oder Darmteile kann ein kurzes Pressmanöver den Sachverhalt aufdecken.

Im nächsten Schritt folgt die Spiegelung des Afters (Anoskopie), des Analkanals (Proktoskopie), des Enddarms (Rektoskopie) oder des kompletten Darms (Koloskopie) durch den Spezialisten. Wird die Blutungsquelle im oberen Magen-Darm-Trakt vermutet, folgt eine Spiegelung auch dieses Bereichs (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie).

Eventuell schließen sich noch weitere Maßnahmen an, etwa Druckmessungen im Analbereich oder eine Endosonografie des Enddarms (innere Ultraschalluntersuchung). Darüberhinaus kommen eventuell auch bildgebende Verfahren wie die Sonografie der Leistengegend und der Bauchorgane, Röntgen, eine Magnetresonanz- oder Computertomografie des Beckens oder Bauches infrage. Laboranalysen und feingeweblich untersuchte Gewebeproben geben weitere Informationen. Näheres in den einzelnen Kapiteln und Abschnitten.

Darmkrebs-Früherkennung

Ab 50 Jahren können alle Versicherten, die kein erhöhtes Darmkrebsrisiko haben, einmal jährlich ihren Stuhl auf nicht sichtbares Blut untersuchen. Ab 55 Jahren hat jeder Versicherte die Möglichkeit, eine vollständige Darmspiegelung, die im Normalfall nach zehn Jahren wiederholt werden sollte, und jährlich einen Stuhlbriefchentest auf unsichtbares (okkultes) Blut im Stuhl durchführen zu lassen. Obwohl etwas unangenehm, hat die Darmspiegelung den großen Vorteil, dass auffällige Veränderungen wie Polypen festgestellt und auch gleich entfernt werden können: eine entscheidende krebsvorbeugende Maßnahme. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die erste Vorsorge-Darmspiegelung, für die Wiederholungs-Darmspiegelumng nach zehn Jahren und für die Tests auf verborgenes Blut.

Bei Risikogruppen, zum Beispiel Menschen mit familiärem Darmkrebsrisiko, sind die Vorgaben strenger. Es geht hier um die Früherkennung beziehungsweise sogar Vorbeugung von Darmkrebs bei Blutsverwandten von Menschen, bei denen der Krebs vor nach oder vor dem 60. Lebensjahr oder auch deutlich früher aufgetreten ist. Im engeren Sinn gilt das auch für den erblichen, nicht polypösen Darmkrebs (HNPCC, auch Lynch-Syndrom genannt), die familiäre adenomatöse Polypose (FAP) und andere, seltenere Darmkrebsformen. Mehr dazu unter: www.hnpcc.de und: www.darmkrebs.de (apotheken-umschau.de ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für Inhalte externer Anbieter). Bei der FAP bilden sich schon sehr früh unzählige Polypen im Magen-Darm-Trakt. Menschen, bei denen das veränderte Erbgut nachgewiesen wurde, wird den Betroffenen empfohlen, unbedingt rechtzeitig mit der Früherkennung zu starten: bei FAP bereits im Alter von zehn Jahren, bei HNPCC mit 25 Jahren. Mutmaßlich Betroffene können sich bei einer humangenetischen Beratungsstelle eingehend informieren.

In allen anderen Fällen sind bei familiärem Darmkrebs Früherkennungs-Darmspiegelungen möglichst ab einem Alter vorgesehen, das zehn Jahre unter dem Erkrankungsalter des betroffenen Angehörigen liegt.

Zu den Risikogruppen für Darmkrebs gehören aber auch Patienten, die eine chronisch- entzündliche Darmerkrankung, insbesondere eine Colitis ulcerosa haben. Zu den entsprechenden Vorsorgeempfehlungen finden Sie in den jeweiligen Abschnitten im Kapitel „Ursachen im Enddarm, Dickdarm, Dünndarm" weitere Informationen.



  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6

Mehr Infos im Netz unter

(apotheken-umschau.de ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für Inhalte externer Internetseiten)

Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de; 08.09.2009, aktualisiert am 14.05.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Bitte beachten Sie!

Dieses Informationsangebot ersetzt keinen Arztbesuch. Bei unklaren Beschwerden sollten Sie stets Ihren Arzt konsultieren. Lesen Sie hier mehr dazu »

Symptome-Finder

Zum Thema

Analfissur (Afterriss)

Analfissuren sind Risse in der Haut im Analkanal. Schmerzen beim Stuhlgang, hellrotes Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier gehören zu den typischen Symptomen »

Hämorriden

Hämorriden können lästiges Nässen, Jucken, Brennen oder Bluten am Po verursachen »

Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom)

Mastdarmkrebs ist ein bösartiger Tumor, der von der Schleimhaut des unteren Darmabschnitts (Mastdarm, Rektum) ausgeht  »

"Bauch"-Symptome

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen sind oft harmlos und vergehen wieder, können aber auch Probleme machen – akut wie chronisch »

Blähungen, Luft im Bauch

Dass den Körper ab und zu Luft über den Darm verlässt, ist unangenehm bis hoch peinlich. Was hilft »

Blut am After / aus dem Darm

Hämorrhoiden, Afterrisse und Entzündungen verursachen am häufigsten Blutungen im Analbereich »

Durchfall (Diarrhö)

Als Durchfall gilt Stuhl, der bei Erwachsenen mehr als dreimal täglich auftritt, in der Menge vermehrt und / oder dünn ist »

Fieber

38 Grad Celsius oder mehr auf dem Fieberthermometer zeigt Fieber an. Hauptursachen: Infektionen »

Leistenschmerzen

Leistenbrüche, Überlastung im Sport, Hüftleiden, Harnsteine: Das sind häufig Ursachen von Schmerzen in der Leiste »

Verstopfung (Obstipation)

Bei Darmträgheit ist die Darmentleeung erschwert, unvollständig, oder sie erfolgt zu selten »

Übelkeit, Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen beruhen häufig auf Erkrankungen der Bauchorgane. Aber es gibt noch mehr Auslöser »

Alle Symptome von A bis Z

Suchen Sie hier nach Symptomen und ihren Ursachen alphabetisch von A bis Z. Beachten Sie bitte auch den Hinweis rechts  »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung