banner.jpg
  • Apothekerin Sandra Dietrich-Siebert
  • Bahnhofstr. 30
  • 59929 Brilon
  • Telefon: (02961) 966100
  • Fax: (02961) 9661030
Anmelden | Registrieren
Drucken

Geschwollene Beine und Füße:
Lympherkrankungen

Typisch für Lymphödeme sind anfangs Schwellungen an einem Fuß, und dort auch an den Zehen. Später kann das ganze Bein dick werden


Schematische Darstellung von Lymphbahnen und Lymknoten (ein Klick auf die Lupe zeigt das ganze Bild)

Im Gegensatz zu Phlebödemen, Schwellungen durch Venenleiden, schwellen bei einem Lymphödem neben den Knöcheln der ganze Fuß und die Zehen mit an. Die zunächst weiche Schwellung der Zehen in quadratischer Form mit tiefen Querfalten ist besonders typisch (Kastenzehen). Sie ist häufig einseitig, kann aber auch an beiden Beinen auftreten.

Lymphödem: Ist der Abfluss über die Lymphe behindert, sammelt sich Flüssigkeit zwischen den Zellen. Die Störung kann angeboren sein (primäres Lymphödem) und in der Kindheit, Pubertät oder bis zu 35. Lebensjahr auftreten, in der Mehrzahl bei Frauen. Die Lymphbahnen können aber auch durch Operationen, Krebserkrankungen und -behandlungen, Bestrahlungen, Infektionen sowie Venenerkrankungen geschädigt werden. Auch nach Nervenschädigungen wie zum Beispiel durch einen Schlaganfall, kann der Lymphabfluss gestört sein. Ebenso kann ein Tumor für ein Lymphödem am Bein verantwortlich sein. Eine weltweit verbreitete Ursache ist eine Infektion mit Fadenwürmern, Filarien.

Symptome: Die Erkrankung durchläuft typischerweise vier Stadien, von 0 bis 3. Symptome zeigen sich häufig erst in Stadium 1. Die anfangs weichen Schwellungen an Fuß und Zehen gehen zunächst noch mit Hochlegen der Beine zurück. Die Schwellung wird in weiteren Stadien zunehmend derb, bei Druck bleiben keine Dellen, die Haut ist grob und rau, aber nicht verfärbt. Es bilden sich Bindegewebswucherungen (Fibrose). Auch bei Hochlagerung verändert sich die Schwellung nicht mehr. Ohne Behandlung wird die Schwellung schließlich hart (Elephantiasis), das Bein unförmig, die Haut ist grob aufgetrieben.


Erysipel: Eine infektiöse Erkrankung, die sich über das Lymphsystem ausbreitet, ist die Wundrose, medizinisch Erysipel genannt. Die Erreger, meist eine Streptokokkenart, können über Hautverletzungen ins Gewebe eindringen. Lymphödeme, chronische Venenschwäche und Hauterkrankungen begünstigen diese Hautentzündung. Die Erreger können unter Umständen auch in die Blutbahn gelangen und dort eine Blutvergiftung auslösen.

Symptome: Am Bein ist oft der Unterschenkel betroffen. Es zeigen sich schmerzhafte, gerötete, überwärmte Schwellungen um den erkrankten Bereich, die sich in kurzer Zeit weiter ausbreiten können. Fieber und Schüttelfrost können dazukommen.

Diagnose von Lymphstörungen

Die Krankengeschichte sowie eine genaue Begutachtung der Schwellungen liefern häufig schon deutliche Hinweise. Der Arzt prüft oft auch die Haut auf das sogenannte Stemmer’sche Zeichen: An den geschwollenen Zehen lässt sich mit den Fingern keine Hautfalte hochziehen. Untersucht werden außerdem die Lymphknoten, Arterien und Venen sowie die Herz-Kreislauffunktionen. Für eine erweiterte Diagnose kommt vor allem eine Isotopenlymphszintigrafie infrage, mit der sich Lymphabflussstörungen und auch bösartige Entwicklungen wie Tumoren aufdecken lassen. Blutuntersuchungen im Labor geben Aufschluss über mögliche Entzündungszeichen und den Eiweißstoffwechsel. Die Blutanalysen erhärten neben den entzündlichen örtlichen Schwellungen die Diagnose eines Erysipels. Der Arzt wird hier nach der Hautstelle fahnden, über die die Bakterien eindringen konnten.

Therapie von Lymphstörungen

In erster Linie helfen zunächst physikalischen Behandlungsmaßnahmen, den Lymphabfluss wieder zu normalisieren. Das gelingt am besten, je früher ein Lymphödem diagnostiziert wird, also im ersten Stadium. In späteren Stadien kann die Behandlung Besserung bringen, muss aber meist beständig durchgeführt werden. Zur Entstauungstherapie gehören eine Lymphdrainage mit den Händen, eine Kompressionsbehandlung mit Bandagen und Strümpfen sowie spezielle Gymnastik. Die Hautpflege hat einen besonderen Stellenwert, damit die erkrankte Haut nicht juckt, einreißt oder verletzt wird und sich keine Entzündungen wie ein Erysipel entwickeln können. Die Entstauungstherapie ist manchmal nicht oder nur in veränderter, individuell angepasster Form möglich, wenn zusätzliche Krankheiten, wie Venenerkrankungen, eine arterielle Verschlusskrankheit (siehe nächstes Kapitel), Herzleiden, Rheuma oder Tumoren, vorliegen.

Liegt eine Wundrose vor, erfolgt die Behandlung mit Antibiotika und Ruhigstellen des Beins häufig in der Klinik.

Mit Medikamenten lässt sich ein Lymphödem nicht beseitigen. Bei Hautentzündungen und -allergien setzt der Arzt eventuell Kortison und Antihistaminika ein. Operationen kommen nur infrage, wenn die genannten Therapien nicht erfolgreich sind oder wenn ein Tumor diagnostiziert wurde. Zu den chirurgischen Maßnahmen gehören eine mikrochirurgische Lymphgefäßtransplantation bzw. der Aufbau von Plastiken, die Umleitung des Lymphabflusses über andere Wege oder schließlich die Entfernung und der Wiederaufbau von erkranktem Gewebe oder das Absaugen übermäßiger Fettansammlungen (Liposuktion; zur Therapie bei Lipödem, siehe dort).



  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7
  8. 8
  9. 9

Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 10.08.2009, aktualisiert am 03.04.2012
Bildnachweis: Illustration: W&B/ J. Neisel

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Bitte beachten Sie!

Dieses Informationsangebot ersetzt keinen Arztbesuch. Bei unklaren Beschwerden sollten Sie stets Ihren Arzt konsultieren. Lesen Sie hier mehr dazu »

Symptome-Finder

Symptome-Check

Kribbeln / Taubheitsgefühle

Was zu Kribbeln oder Taubheitsgefühlen an Gliedmaßen und anderen Körperstellen führen kann  »

Kalte Füße

Welche Ursachen hinter frostigen Füßen stecken können »

Wadenkrämpfe

Harmlose und krankhafte Ursachen von Krämpfen in der Wade und am Fuß. Mit Selbsthilfetipps »

Alle Symptome von A bis Z

Suchen Sie hier nach Symptomen und ihren Ursachen alphabetisch von A bis Z. Beachten Sie bitte auch den Hinweis rechts  »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung