Wer abends geschwollene Füße und Knöchel mit gespannter Haut und Schweregefühl hat, ist dann häufig zu lange gestanden oder gesessen. In der Sommerhitze passiert das ziemlich schnell. Besonders Menschen in stehenden und sitzenden Berufen leiden unter solchen physiologischen Ödemen, die über Nacht vergehen und gegen die sich mit geeigneten Maßnahmen, wie viel körperlicher Bewegung in der Freizeit, Ausgleichsgymnastik und Kneipp’schen Güssen, vorbeugen lässt. Und nicht zu vergessen: Wann immer es geht, die Füße hochlegen.
Zu den Erkrankungen innerer Organe, die zu Durchblutungs- und Stoffwechselproblemen führen, zählen vor allem eine chronische Herzschwäche, Nieren- oder Leberkrankungen, Eiweißmangelzustände, Schilddrüsenunterfunktion.
Chronische Herzschwäche (Herzmuskelschwäche)
Für die Ödembildung spielt hier die sogenannte Rechtsherzinsuffizienz eine zentrale Rolle. Das bedeutet, dass die rechte Herzhälfte nicht mehr in der Lage ist, die für den Blutkreislauf notwendige Pumpleistung zu erbringen. Dadurch verändern sich die Druckverhältnisse in den Gefäßen, der Druck in den herznahen Körpervenen erhöht sich und das Blut staut sich zurück (siehe Kapitel: „Wie Schwellungen entstehen“). Die Ursachen für ein nicht mehr ausreichend (insuffizient) arbeitendes Herz sind vielfältig. Zu den häufigen Auslösern gehören ein zu hoher Blutdruck, ein vorausgegangener Herzinfarkt, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit), Herzmuskelerkrankungen, Herzklappenfehler, Herzrhythmusstörungen, aber auch andere internistische Erkrankungen, etwa der Schilddrüse, der Lunge oder Blutarmut. Die Neigung zu einer Herzschwäche nimmt mit dem Lebensalter zu.
Symptome: Sichtbare, weiche Schwellungen an den Fußrücken, die leicht einzudrücken sind und tiefe Dellen hinterlassen. Anfänglich treten sie nur abends auf. Der Fuß- und Knöchelbereich wird deutlich dicker. Ärzte hören häufig die Klage: „Die Schuhe passen nicht mehr.“ Die Schwellung kann auch die Unterschenkelvorderseiten mit einschließen. Bei bettlägerigen Patienten können sich auch im Kreuzbein Ödeme bilden. Die Schwellung geht zunächst in Ruhe wieder zurück. Da dabei Flüssigkeit ausgeschieden wird, müssen die Betroffenen nachts häufiger auf die Toilette. Dazu kommen weitere Beschwerden, die für eine Herzschwäche kennzeichnend sind, wie Gewichtszunahme, verstärkte Atemnot, Müdigkeit, Leistungsabfall. Das Blut kann sich auch in Magen und Leber zurückstauen, Gewebsflüssigkeit sich in anderen Körperbereichen wie im Bauchraum (Aszites, Wassersucht) ansammeln.
Diagnose: Nach der Krankengeschichte seines Patienten gibt dem Arzt eine erste körperliche Untersuchung Hinweise auf mögliche Herzprobleme. Er hört und klopft den Brustkorb ab, fahndet nach Ödemen und fühlbar angeschwollenen Gefäßen, bei einer Rechtsherzinsuffizienz typischerweise die Halsvenen. Weiteren Aufschluss geben apparative Untersuchungen, wie die Aufzeichnung der Herzstromkurve über ein Elektrokardiogramm (EKG) sowie eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie), oft auch eine Röntgenaufnahme der Lungen. Möglicherweise kann der Arzt eine Magnet- oder Computertomografie des Herzens bzw. des Brustkorbs und / oder eine Herzkatheteruntesuchung für notwendig erachten, um den Zustand des Herzens und der Herzkranzgefäße und die Beteiligung zusätzlicher Brustorgane zu beurteilen. Auch spezielle Untersuchungen der Lungenfunktion können sich als notwendig erweisen. Verschiedene Bluttests im Labor können die Diagnose erhärten. Dazu tragen besonders erhöhte Werte der Substanz natriuretisches Peptid (BNP) bei.
Therapie: Die Behandlung richtet sich in erster Linie nach den Ursachen und soll verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet und sich verschlechtert. Sie umfasst eine bewusste Lebensweise mit angepasster Bewegung und Gewichtskontrolle, Medikamenten und gegebenenfalls Operationen. Geeignete Medikamente sind in erster Linie Mittel gegen Bluthochdruck wie ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorantagonisten oder auch Betablocker. Der Arzt wird je nach Krankheitsbild kontrolliert Diuretika und Aldosteronantagonisten einsetzen, um die Flüssigkeitsansammlungen auszuschwemmen. Weitere Medikamente sind unter anderem Herzglykoside (Digitalis) und Statine bei erhöhten Cholesterin- und Blutfettwerten. Auch eine Anti-Thrombose-Therapie mit gerinnungshemmenden Mitteln kann angezeigt sein. Zugrundeliegende Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenstörungen werden entsprechend therapiert (siehe auch dort). Ein erhöhter Druck in den Lungengefäßen, der das rechte Herz schwächt, kann gezielt medikamentös behandelt werden.
Operative Maßnahmen umfassen möglicherweise das Aufdehnen verengter Herzkranzgefäße durch Ballonkatheterverfahren und das Einbringen einer Gefäßstütze (Stent), eine Umgehungsoperation an den Herzkranzgefäßen (Bypass), Herzklappenoperationen, das Implantieren von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren und im äußersten Fall eine Herztransplantation.
Hier erfahren Sie mehr über Herzschwäche.
Nierenerkrankungen
Ödeme können vor allem infolge einer chronischen Niereninsuffizienz auftreten, bzw. als Symptom vorausgehender Nierenerkrankungen wie einer Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) oder einer diabetischen Nephropathie. Nieren- und Harnwegsentzündungen, Gefäßerkrankungen, die außerhalb der Zuckerkrankheit entstanden sind, Bluthochdruck und Herzerkrankungen können ebenfalls auf Dauer die Nieren angreifen und in ihrer Funktion schädigen.
Die Nieren haben wesentliche Aufgaben im Stoffwechsel, sie regulieren den Wasser-Salz-Haushalt, bilden wichtige Hormone und steuern den Blutdruck entscheidend mit. Das Blut wird über die Nierenkörperchen (Glomeruli), Knäuel feinster Gefäße, und die Nierenkanälchen (Tubuli) gefiltert und „gereinigt“, überflüssige Stoffe werden ausgeschieden, wichtige Substanzen und Flüssigkeiten einbehalten. Erkranken die Nierenkörperchen, werden sie durchlässiger, der Körper scheidet vermehrt Eiweiß aus. Giftstoffe werden dagegen weniger herausgefiltert und können sich im Körper verbreiten. Es bilden sich Flüssigkeitsansammlungen, vor allem in den Beinen. Eine fortschreitende Nierenschädigung kann schließlich zu einem völligen Nierenversagen führen. Rechtzeitige Behandlung und Vorbeugung sind deshalb äußerst wichtig.
Symptome: Zu den frühen Leitsymptomen gehören Ödeme in den Beinen. Die Schwellungen können die ganzen Beine bis zur Hüfte erfassen. Sie sind in der Regel weich, lassen sich eindrücken und bereiten keine Schmerzen. Typisch können auch morgendliche Lidschwellungen sein. Oft müssen die Betroffenen vermehrt sehr hellen oder auch getrübten Urin ausscheiden, erst in einem späteren Stadium oder bei akutem Nierenversagen geht kaum oder gar kein Urin mehr ab. Schmerzen in der Nierengegend und Fieber können dazukommen, ebenso ein erhöhter Blutdruck. Eine diabetische Nierenschädigung bereitet anfangs meist keine Schmerzen. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung stellen sich weitere Beschwerden ein, wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Sehstörungen, Muskelzuckungen, Juckreiz. Die Hautfarbe verändert sich.
Diagnose: Einen wesentlichen Stellenwert bei Nierenerkrankungen kommt der Früherkennung zu. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen, die an Diabetes und / oder einem zu hohem Bluthochdruck leiden, rauchen, übergewichtig sind oder eine familiäre Vorbelastung für bestimmte Nierenleiden aufweisen. In diesen Fällen sind regelmäßige Blut- und Urintests sinnvoll, um eine beginnende Nierenstörung frühzeitig zu erfassen. Im Urin finden sich dann meist bestimmte Mengen ausgeschiedener Eiweißkörper (Mikro- oder Makroalbuminurie), eventuell auch Blutkörperchen. Im Blut kann das Albumin-Eiweiß bei stärkerem Verlust über die Nieren absinken. Eine eingehende körperliche Untersuchung, Begutachtung möglicher Ödeme und die Krankengeschichte liefern dem Arzt oft entscheidende Hinweise. Weitere Laborbefunde und eine Ultraschalluntersuchung der Nieren vermitteln einen genaueren Eindruck vom Zustand des erkrankten Organs. Die Untersuchung von Gewebeproben aus der Niere (Nierenbiopsie) kann die Diagnose erhärten. Der Arzt wird prüfen, ob es sich um ein akutes oder chronisches Krankheitsgeschehen handelt und welche ursächlichen Erkrankungen, etwa des Herzens oder ein Diabetes, der Schädigung zugrunde liegen.
Therapie: Sobald der Arzt eine Nierenstörung festgestellt hat, muss alles getan werden, um einem Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken. Wer ein erhöhtes Risiko hat, sollte konsequent und gezielt vorbeugen. Die Therapie ist einmal auf die Grunderkrankung gerichtet. Der erhöhte Blutdruck muss deutlich gesenkt werden, und zwar meist noch etwas unter den normalen Wert, der Blutzucker optimal eingestellt sein. Zu den grundlegenden Behandlungsmaßnahmen gehört es, nierenschädigende Substanzen und Medikamente zu vermeiden, viel zu trinken und bei der Ernährung gegebenenfalls die Eiweißaufnahme entsprechend der ärztlichen Empfehlung zu begrenzen. Bei akuten bakteriellen Entzündungen wird der Arzt ein passendes Antibiotikum, bei Erkrankungen der Nierengefäße im Zuge von Störungen des Immunsystems (sogenannter Autoimmunerkrankungen) spezielle Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, verordnen. Der Wasser-Salz-Haushalt muss regelmäßig überprüft und möglicherweise durch Medikamente korrigiert werden. Bei fortgeschrittener chronischer Niereninsuffizienz bleiben meist nur eine Dialyse, um die Nierenfunktion künstlich aufrechtzuerhalten, unter Umständen auch eine Nierentransplantation.
Hier erfahren Sie mehr über Nierenentzündungen und Nierenversagen.
Lebererkrankungen
Die Leber spielt eine zentrale Rolle für den Stoffwechsel. Sie sorgt für die Balance zwischen den Nähr- und Vitalstoffen, stellt Hormone und Galle her, „entgiftet“ oder wandelt schädliche oder sonstige Stoffe um und leistet vieles mehr. Häufige Entzündungen, vor allem durch Hepatitis-Viren, Alkoholmissbrauch, eine übermäßig fett- und kalorienreiche Ernährung oder die Einwirkung von Giftstoffen können sie nachhaltig schädigen und zu einer Leberzirrhose und schließlich Leberversagen führen. Auch eine chronische Herzschwäche oder angeborene Stoffwechselstörungen gehören zu den Ursachen einer Leberzirrhose. Dann ist die kranke Leber unter anderem nicht mehr in der Lage, wichtige Eiweißstoffe und Enzyme zu produzieren. Auch kann sich der Druck in der Pfortader und den Lebervenen erhöhen. Eine Folge davon ist, dass das Blut weniger Wasser binden kann und sich dadurch vermehrt Flüssigkeit im Bauch (Aszites) und in den Beinen ansammelt.
Symptome: Eine Zirrhose kann anfangs ohne auffällige Beschwerden verlaufen. Je nachdem, welche Erkrankung zu einer Zirrhose geführt hat, treten unterschiedliche Krankheitszeichen auf. Allgemeine Symptome können Bauchschmerzen, Blähungen, vermehrte Neigung zu Blutergüssen sein. Die Haut kann Veränderungen zeigen wie sogenannte Gefäßspinnen, feine Äderchen im Gesicht und am Oberkörper, sich gelb bis bräunlich verfärben. Lippen und Zunge sind mitunter prall und rot, auch Hand- und Fußinnenseiten sind gerötet. Schwellungen in den Beinen und Wassersucht im Bauch weisen auf eine schon entgleiste Leberzirrhose hin.
Diagnose: Die Krankengeschichte gibt ersten Aufschluss über verantwortliche Grunderkrankungen bzw. Risikofaktoren. Es schließt sich eine genaue körperliche Untersuchung an, bei der sich unter anderem tastbare Veränderungen der Leber und damit zusammenhängende Krankheitszeichen ergeben können. Zu den weiteren Untersuchungsschritten gehören eingehende Laboruntersuchungen des Bluts, eine Ultraschalluntersuchung der Leber und anderer Bauchorgane, gegebenenfalls eine Gewebeanalyse (Leberbiopsie), eine Computer- und / oder Magnetresonanztomografie, auch um Leberkrebs auszuschließen, die endoskopische Untersuchung weiterer eventuell schon mitgeschädigter Organe wie der Speiseröhre und Röntgenuntersuchungen.
Therapie: Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Unerlässlich ist es, alle zellschädigenden Stoffe, in erster Linie Alkohol, strikt zu meiden. Häufig müssen Eiweiß- und Vitaminverluste durch eine entsprechende Ernährung und Nahrungsergänzung ausgeglichen werden. Hepatitis-Erkrankungen werden mit Medikamenten behandelt. Wenn sie auf einer Autoimmunstörung beruhen, kommen das Immunsystem unterdrückende Mittel (Immunsuppressiva) zum Einsatz. Bei möglichen Komplikationen durch Leberversagen sind spezielle, umfassende Therapiemaßnahmen notwendig. Im äußersten Fall bleibt nur eine Lebertransplantation.
Hier erfahren Sie mehr über Leberschäden durch Alkohol und Leberzirrhose.
Eiweißmangelödeme
Eiweißmangel im Blut führt nicht nur bei Nieren- und Lebererkrankungen zu Beinschwellungen (siehe dort). Auch Mangelernährung durch chronische Unterernährung oder Essstörungen wie Magersucht sowie eine gestörte Eiweißaufnahme im Darm, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder Glutenunverträglichkeit, können dafür verantwortlich sein, dass der Eiweißspiegel im Blut absinkt. Eine häufige Ursache ist auch ein erhöhter Eiweißverbrauch bei Krebs oder chronischen Entzündungen („Systemerkrankungen“). Bestimmte Eiweißkörper, insbesondere Albumin, spielen eine wichtige Rolle für die Druckverhältnisse, die die Körperflüssigkeiten im Gleichgewicht halten (siehe Kapitel „Wie Schwellungen entstehen“). Sind zu wenig Eiweißstoffe vorhanden, sammelt sich Flüssigkeit zwischen den Zellen im Gewebe an.
Symptome: Typisch sind hier neben weichen, leicht eindrückbaren Schwellungen an beiden Beinen Wasseransammlungen im Bauchraum (Hungerödem) und auch am Lid.
Die Diagnose folgt der Krankengeschichte und Erstuntersuchung, die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung.
Schilddrüsenunterfunktion, Basedow-Krankheit
Die Schilddrüse produziert verschiedene Hormone, die für zahlreiche Abläufe im Körper unerlässlich sind. Sie beeinflussen wesentliche Stoffwechselvorgänge, das Nervensystem, das Herz-Kreislaufsystem, die Verdauung, die Haut und viele andere Körperbereiche. Eine Unterfunktion der Schilddrüse bedeutet, dass zu wenige Schilddrüsenhormone gebildet werden. Die Folge sind unter anderem Stoffwechselstörungen, die bei stärkerer Ausprägung dazu führen, dass sich bestimmte Zucker-Eiweißverbindungen vermehrt zwischen den Zellen ablagern und zu Gewebsschwellungen, Myxödemen, führen.
Auch bei einer bestimmten Überfunktion der Schilddrüse aufgrund einer Autoimmunerkrankung, der Basedow-Krankheit, treten solche Ödeme auf. Vom Morbus Basedow sind Frauen häufiger als Männer betroffen, und zwar in jüngeren Jahren, vor dem 40sten Lebensjahr. Schilddrüsenunterfunktionen können angeboren sein, sind aber meist Folge von Schilddrüsenentzündungen, einer Autoimmunerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis) sowie Alterungsvorgängen. Mitunter spielen auch Jodmangel und Kropfbildung, sonst eher Ursachen für eine Überfunktion, Operationsfolgen sowie eine vorausgegangene Radiojodtherapie der Schilddrüse eine auslösende Rolle.
Symptome: Typisch für ausgeprägte Schilddrüsenunterfunktionen sind Myxödeme an den Fußrücken und Vorderseiten der Unterschenkel über dem Schienbein. Das Unterhautbindegewebe ist teigig aufgeschwollen, die Haut blass, schuppig und trocken. Drückt man in die Schwellungen, bleiben keine Dellen zurück. Solche Verdickungen treten häufig auch am Handrücken und im Gesicht um Auge und Mund auf. Die Betroffenen wirken aufgeschwemmt. Kennzeichnende Anfangssymptome einer Unterfunktion sind Müdigkeit, depressive Verstimmung, verlangsamter Puls, Engegefühl im Brustraum, Verstopfung, Haarausfall, Gewichtszunahme trotz Appetitlosigkeit. Bei einer Basedow-Krankheit stehen die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion wie Unruhe, Gewichtsabnahme, Schweißausbrüche, schneller Puls im Vordergrund. Die Krankheitszeichen können sich aber auch, vor allem bei älteren Menschen, unspezifisch äußern, etwa in Müdigkeit und gleichzeitiger Nervosität. Sind die Augen mit beteiligt, fallen die hervortretenden Augäpfel auf.
Diagnose: Die Krankengeschichte und eine erste körperliche Untersuchung veranlassen den Arzt häufig schon, bei einer Blutanalyse auch die Schilddrüsenwerte, ein übergeordnetes Regelhormon und gegebenenfalls noch spezielle Antikörper mit bestimmen zu lassen. Legen die Ergebnisse eine Unterproduktion an Schilddrüsenhormonen nahe, können weitere Untersuchungen folgen, wie eine Ultraschalluntersuchung, bei der eventuell Knoten aufgedeckt werden, und eine Szintigrafie mit schwach radioaktiven Substanzen, um Aussehen und Funktion der Schilddrüse genauer beurteilen zu können und bösartige Entwicklungen auszuschließen. Mit einer Feinnadelpunktion entnimmt der Spezialist gegebenenfalls Schilddrüsen- bzw. Knotengewebe und untersucht es anschließend mikroskopisch. Eventuell muss der Augenarzt hinzugezogen werden.
Therapie: Die Behandlung erfolgt in erster Linie mit Medikamenten, die die Schilddrüsenhormone ersetzen. Mögliche Ursachen wie eine Schilddrüsenentzündung werden gleichzeitig behandelt. Wenn sich das geschädigte Organ nicht wieder erholt, müssen die Betroffenen lebenslang ein Schilddrüsenhormonpräparat, Levothyroxin, einnehmen. Die Dosis legt der Arzt individuell fest. Unbehandelt kann eine Unterfunktion zu Herzschwäche und Pulsverlangsamung (Myxödemherz) oder gar einem hypothyreotische Koma führen, das lebensbedrohlich ist und eine gezielte Therapie bzw. die Behandlung in einer Intensivstation erfordert. Bei einem Morbus Basedow verordnet der Arzt häufig nur Medikamente, Thyreostatika, die die Überfunktion beseitigen. Damit heilt auch oft schon die Krankheit aus. Ist das nicht der Fall, können auch eine Langzeitbehandlung mit Medikamenten, eine Operation, bei der ein vorhandener Kropf oder Knoten beseitigt werden, oder eine Radiojodtherapie notwendig sein.
Hier erfahren Sie mehr über Schilddrüsenunterfunktion und die Basedow-Krankheit.
Weitere hormonelle Erkrankungen wie das Cushing-Syndrom und andere seltene Störungen können neben unterschiedlichen vorherrschenden Leitsymptomen als Begleitsymptome Beinschwellungen aufweisen.
Eine Diabetes-Erkrankung kann in mehrfacher Hinsicht mit Schwellungen einhergehen. Auf Dauer führen schlecht eingestellte Blutzuckerwerte zu unterschiedlichen Folgeerkrankungen, die das Gefäß- und Nervensystem betreffen. Hohe Blutzuckerwerte im Blut schädigen die Gefäße, sowohl die großen wie die feinsten Haargefäße. Ein gleichzeitig bestehender hoher Blutdruck zieht eine Arteriosklerose nach sich oder verstärkt eine bestehende Tendenz dazu. Der übermäßige Blutzucker begünstigt zudem die Entwicklung von Thrombosen (siehe dort). Nicht nur über die mangelnde Durchblutung kommt es zu Gewebsschäden und Wassereinlagerungen. Diese treten auch als Komplikationen von Gefäß- und Nervenschäden der Beine sowie nachfolgender Hautgeschwüre und Infektionen auf oder aufgrund von Nierenschäden (siehe dort). Eine konsequente Behandlung und eine gesunde Lebensweise helfen, Diabetesfolgeerkrankungen vorzubeugen.
Hier erfahren Sie mehr über Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2.
Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de;
10.08.2009, aktualisiert am 03.04.2012
Bildnachweis: W&B/Achim Graf
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